Medien : Auflagen: Tops & Flops

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Erotik-Zeitschriften sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Ob „Blitz-Illu“, „Coupé“, „Praline“ oder „Wochenend“ (doch, doch, diese Titel gibt es alle noch) – durch die Bank kamen ihnen im zweiten Quartal dieses Jahres Käufer abhanden. Im Schnitt verloren sie ein Viertel der Auflage, stellt die Auflagenprüfung IVW für die Monate April, Mai und Juni fest. Allein „Blitz Illu“ fand im Vergleich zum Vorjahr 40 Prozent weniger und damit nur noch 110 073 Käufer.

Weniger dramatisch, aber auch nicht gut steht’s um die seriösen Nachrichtenmagazine. Der „Stern“, früher einmal das meistverkaufte Wochenmagazin, hat 2,4 Prozent beziehungsweise 26 433 Exemplare weniger verkauft und hat aktuell eine Auflage von 1,026 Millionen. Den Spitzenplatz belegt erneut der „Spiegel“ (1,072 Millionen), obgleich auch er 0,6 Prozent (6751 Hefte) weniger verkaufte. „Focus liegt mit 747 806 Blättern ebenfalls unter dem Vorjahreswert (1,2 Prozent oder 9451 Hefte).

Da „Max“ nun schon seit über einem Jahr 14-täglich erscheint, kann man die Verkaufszahlen wieder mit dem Vorjahr vergleichen. Damals, im zweiten Quartal 2001, sah es besser aus. Aktuell verkauft „Max“ 13,5 Prozent weniger, nämlich 263 298 Hefte. Gut stehen die Klatschmagazine da: „Bunte“ (780 238 Exemplare) gewinnt 2,1, „Gala“ (354 431 Exemplare) sogar 7,1 Prozent hinzu.

So richtig jubeln können drei monatliche Frauenzeitschriften: Neuling „Glamour“ schafft es aus dem Stand auf 409 657 verkaufte Hefte, das Burda-Edelklatsch-Blatt „Instyle“ auf 308 830 (plus 20,4 Prozent), und das 1 Euro 50 teure Magazin „Joy“ gewinnt unter anderem dank des neuen Pocket-Formats sagenhafte 161,9 Prozent dazu. „Joy“ kommt aktuell auf 406 037 verkaufte Hefte.

Aber auch bei den neuen Männermagazinen gibt es Grund zur Freude. „FHM“ schafft es auf 251 032 Exemplare (plus 27,3 Prozent), wurde aber bereits vom später gestarteten „Maxim“ (276 674 Exemplare) überholt. Wie es dagegen „Men’s Health“ geht, weiß nur der Verlag Motor-Presse selbst. Nachdem Schummeleien entdeckt worden waren, flog der Stuttgarter Verlag aus der IVW, die Prüforganisation will sich nun schärfere Regeln auferlegen. Sie treten zum 1. Januar 2003 in Kraft. Schließlich sollten Anzeigenkunden darauf vertrauen können, dass die gemeldeten Auflagenzahlen auch stimmen. Ulrike Simon

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