Augenringe (4) : Wo ist der Puck im Smartphone?

Damen-Eishockey in Sotchi, eine Premiere. Doch wer das Match auf dem Handy verfolgen will, hat es nicht leicht.

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Da ist der Puck. Die Frauen-Eishockey-Teams aus der Schweiz und den USA kämpfen in Sotschi im Medaillen. Foto: dpa
Da ist der Puck. Die Frauen-Eishockey-Teams aus der Schweiz und den USA kämpfen in Sotschi im Medaillen.Foto: dpa

Auf Facebook habe ich ein Bild gepostet, da starren auf einem Bahnsteig in Australien alle Wartenden aufs Handy – nur einer schaut sinnierend in die Ferne. Ich mache es umgekehrt. Millionen Berliner blinzeln in die Sonne, und ich glotze aufs Handy. Premiere. Fernsehgucken auf dem iPhone, Olympia-Live-Stream im Zett-De-Eff. Hier draußen überm Askanischen Platz strahlt ein blauer Himmel, als seien auch hier Wolken mit Silberjodid abgeregnet worden. Leider liegt nirgends mehr Schnee, aber dafür geht es beim Damen-Eishockey (auch eine Premiere) unterkühlt zu, zumindest bei den Schweizerinnen. Den Puck kann ich zwar kaum erkennen und leider lässt sich das Bild nicht mit zwei Fingern größer aufziehen.

Die US-Damen haben eine "Duftmarke" gesetzt

Aber das Team CH ist geknickt, 0:9 gegen die USA. Das muss am gesellschaftlichen Einfluss des Sports liegen: die Strafe für die Schweizer Grenzblockade! Steuerflüchtlingsgeld nehmen, aber keine Zuwanderer! Ich flüchte vorm Eishockey, als der Reporter zum zweiten Mal (Zweites DF!) sagt, die US-Damen hätten eine Duftmarke gesetzt. Iiih! Blähungen? Gelbe Flecken? Freu ich mich auf Sledgehockey bei den Paralympics! Jetzt stehen Katrin Müller-Hohenstein und Rudi Cerne am olympischen Feuer, wenn ich es auf dem kleinen Bildschirm richtig deute. Man sieht sogar Menschen, Zuschauer! „Hunderte strömen“, sagen sie.

Wow! In Kanada bei den Paralympics vor vier Jahren waren die Hallen hingegen voll. In Sotschi 2014 stehen zumindest lange Schlangen vorm Olympia-Store. Weiße Handschuhe mit bunten Fingern sind der Renner. Die muss Willy Bogner designt haben, jeder Finger eine andere Teletubbie-Farbe! Ideal für die „1. Berliner Queer-Spiele“ im August in Lindow – dafür suchen sie aber noch dringend Teilnehmer. Halt. Na toll. Spiele gestoppt: Ihr Highspeed-Volumen ist aufgebraucht. Annette Kögel

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