AUGENringe : Doping für 100 000 Euro

Nur mal so gefragt: Wieso laufen die Niederländer alle so schnell auf dem Eis? Was macht eigentlich das Thema Doping bei den Spielen in Sotschi?

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Schneller geht's kaum.
Schneller geht's kaum.Foto: dpa

Nur mal so gefragt: Wieso laufen die Niederländer alle so schnell auf dem Eis? Was macht eigentlich das Thema Doping bei diesen Spielen in Sotschi? Schauen wir nach bei ARD & ZDF. Auf dem Online-Portal sportschau.de gibt’s neben Live-Streams und Fakten Bilder der Wetterfee und „Happy Dance“ mit den Usern. Wer weiterblättert, findet einen Beitrag aus der „Sportschau“ vom 2. Februar. Dort ist zu sehen, wie WDR-Reportern wenige Tage vor Start in Sotschi eine bisher nicht gekannte Doping-Substanz von einem russischen Wissenschaftler angeboten wurde. Für eine Versorgung von Athleten vor Beginn der Spiele forderte der Wissenschaftler 100 000 Euro. Die Story weckt „erhebliche Zweifel an einer glaubwürdigen Dopingbekämpfung im Land des Olympiagastgebers“. Von den Zweifeln ist in diesen Tagen bei ARD/ZDF recht wenig zu spüren. Was auch daran liegen mag, dass der bekannte ARD-Doping-Experte Hajo Seppelt zunächst nicht für den Senderverbund nach Sotschi reisen sollte. Der Arbeitsbereich Doping wird von Florian Bauer besetzt. Begründung von Werner Rabe, Teamchef der ARD-Olympiamannschaft: Florian Bauer sei ebenfalls ein Experte für den Dopingbereich.

Das muss kein Verdikt gegen kritische Berichte aus Sotschi sein. Kann es aber. Soll nichts den schönen Schein stören? Legt man Wert auf Event-orientierte Unterhaltung? Hajo Seppelt kritisiert gerne mal die kommerzielle Ausrichtung der Sportberichterstattung. Er ist, wie am Mittwoch zu hören war, trotzdem in Sotschi und betreibt eine Recherche für den WDR, die zentrale ARD-Dopingredaktion. Was denn nun? Markus Ehrenberg

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