AUGENringe : Tod im OP, Sex im Boot

Wer Fernsehserien liebt, der wird auch bei Olympia nicht enttäuscht.

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An regenreichen Wochenenden sehe ich mir in der Online-Mediathek gern Serien an, die ich verpasst habe. Diese Woche war das „Private Practice“ auf ProSieben, die Geschichte um mehrere Ärzte in einer Privatpraxis in Los Angeles. Da sieht es momentan so aus: Eine Psychologin und ein Alternativmediziner, verheiratet, haben schwer an Karriere-Rückschlägen zu knabbern. Sie hat sich verzockt, ihre Zulassung verloren. Er ist nach einem Herzinfarkt so geschwächt, dass er nicht praktizieren darf. Klar, dass das dem Paar auf’s Gemüt schlägt! Derweil stirbt einem Jungen unerwartet die Mutter, doch er beweist enorme Stärke. Nach einem Drogenentzug kämpft sich eine Neurochirurgin mit purer Willenskraft zurück ins Leben...

Selbstredend, dass ich darauf brenne, zu sehen, wie’s weitergeht. Ein schneller Blick ins Fernsehprogramm, auf die Alternativen. Schwimmen, Radrennen, Boxen. Klingt das spannend? Nein! Doch dann: Werde Zeugin davon, wie zwei sich liebende Schwimmer schwere Karriere-Rückschläge hinnehmen müssen. Verzockt, zu schwach – Finale verpasst. Klar, dass das dem Paar auf’s Gemüt schlägt! Im Boxen geht ein junger Mann in den Ring, der seine Mutter verloren hat, weil er Geld für sich und seine Geschwister verdienen will – das ist Stärke. Im Radrennen kämpft sich einer nach einem Dopingskandal zurück an die Spitze ...

Wow. Olympia hat alles, was eine Erfolgsserie ausmacht. Sex: Acht muskelbepackte Männer in einem Boot. Intrigen: Eine Fechterin verpasst ihrer Gegnerin einen Kinnhaken, so dass diese geschwächt verliert. Die dramatischsten Geschichten schreibt das Leben!

Wie in US-Serien bekomme ich beim Olympia-Gucken am Schluss sogar ein Fazit vom Erzähler serviert (den sie im Sport Kommentator nennen): „Wunder gibt es immer wieder – aber nicht bei einem Stand von 9 zu 14.“ Maris Hubschmid

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