Aus BERLIN für die Welt : Russische Kultur aus Kreuzberg

Seit 1996 erscheint in Berlin die russischsprachige Wochenzeitung "Russkaja Germanija". Die Journalisten, die für sie arbeiten, sind im Westen aufgewachsen, tragen aber die russische Kultur in sich.

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Chefredakteur: Boris Feldmann
Chefredakteur: Boris Feldmann

Die erste Ausgabe von „Russkaja Germanija“ bestand aus zwölf schwarz-weiß gedruckten Seiten, die im Sommer 1996 in mühsamer Handarbeit in einer kleinen Charlottenburger Wohnung zusammengeklebt wurden. Es war die erste russischsprachige Wochenzeitung nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland. Mittlerweile beinhaltet das immer donnerstags erscheinende Blatt 48 Seiten im Farbdruck und hat drei Regionalausgaben: „Russkij Berlin“ für Berlin und Brandenburg, „Rheinskaja Gazeta“ für Nordrhein-Westfalen und „Russkaja Bawarija“, die in Süddeutschland erscheint.

„Russkaja Germania“ habe die historischen Traditionen der Goldenen Zwanziger wieder aufgenommen, der intellektuellen Blüte russischer Emigration in Berlin, erklärt Geschäftsführerin und Mitgründerin Swetlana Lekach den Erfolg. Das liege nicht zuletzt an den vielen jungen interessanten Journalisten, die für ihr Blatt arbeiten. „Sie sind im Westen aufgewachsen, tragen aber alle die russische Kultur in sich, das macht uns so besonders.“

Die Zeitung war der Grundstein für „Rusmedia“, ein kleines Medienimperium, das mehrere Zeitungen, Zeitschriften und den Radiosender „Radio Russkij Berlin“, der gerade zehn Jahre alt geworden ist, produziert. Firmensitz ist in der Axel-Springer-Passage in Kreuzberg, und auch dessen Namensgeber fing ja mal ähnlich klein an. Sabine Sasse

In Berlin erscheinen rund rund 200 fremdsprachige Zeitungen und Periodika. Wir stellen einige vor.

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