Medien : Aus eigenem Interesse

NDR und Maschmeyer legen Rechtsstreit bei

Andreas Maisch(mit epd)
Foto: dpa

Der NDR und der Unternehmer Carsten Maschmeyer haben ihren juristischen Streit beigelegt. „Sämtliche Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit der NDR-Berichterstattung über Herrn Maschmeyer“ werden nicht weiter verfolgt, wie der Sender am Freitag in Hamburg mitteilte. Nach Informationen des Tagesspiegel verzichtet Maschmeyer darauf, die einstweiligen Verfügungen, die er bei den Landgerichten Berlin und Köln erwirkt hat, durchzusetzen. Die Dokumentation „Der Drückerkönig und die Politik“ ist deshalb seit Freitagabend wieder im Internet-Archiv des NDR zu sehen und kann bei aktuellem Anlass im Fernsehen wiederholt werden. Der sogenannte „Judge's Cut“, der bisher ersatzweise zu sehen war, entfällt.

Die ARD hatte „Der Drückerkönig und die Politik“ am 12. Januar im Ersten Programm gezeigt. Die Doku behandelt die Vorwürfe von Kleinanlegern, denen der von Maschmeyer gegründete Finanzdienstleister AWD Schrottimmobilien und riskante Finanzprodukte vermittelt haben soll.

Außerdem werden die Verbindungen Maschmeyers zu hochrangigen Politikern wie Bundespräsident Christian Wulff und Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hinterfragt. Daraufhin hatte Maschmeyer den Hamburger Strafrechtler Gerhard Strate damit beauftragt, zu prüfen, ob mit dem Film gegen Strafgesetze verstoßen wurde. Er erwirkte mehrere einstweilige Verfügungen.

Insider erklären sich die jetzige Einigung damit, dass Maschmeyer den Streit mit dem NDR aus eigenem Interesse abschließen wolle. Die Abmachung solle verhindern, dass weitere Gerichtsverhandlungen für neue Aufmerksamkeit sorgen. Die Einigung soll keinen Einfluss auf die zukünftige Berichterstattung des NDR haben. „Die Unabhängigkeit der Berichterstattung ist in keiner Weise berührt“, sagte ein Sprecher des NDR dem Tagesspiegel. Andreas Maisch(mit epd)

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