Medien : Aus für Gabi Bauer

Der NDR setzt die Politiktalkshow „Paroli!“ ab

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„Wenn das Pferd tot ist, soll man absteigen“, so kommentierte Gabi Bauer einmal das Ende ihrer Talkshow im Ersten. Die Wortwahl klar und prägnant, wie es gute von schlechten Moderatoren unterscheidet. Gestern ist Gabi Bauer das nächste Pferd gestorben. Der Polittalk „Paroli!“, den sie im NDR Fernsehen zusammen mit Susanne Stichler moderiert, wird abgesetzt. Nur 280000 Zuschauer wollen die wöchentliche Politikrunde sehen. Zu wenig selbst für ein drittes Programm. Am kommenden Dienstag läuft „Paroli!“ zum letzten Mal. Seitdem Gabi Bauer vor vier Jahren die „Tagesthemen“ verlassen hat, hat sie beruflich wenig Glück.

Die Probleme begannen mit der Talkshow, die ihren Namen trug und die eigentlich ihre glorreiche Rückkehr nach der Babypause sein sollte: Mittwochabends im Ersten, immer im Wechsel mit Michel Friedman. Doch während Friedman zum Liebling der Medienkritik avancierte, wurde Gabi Bauers Sendung permanent umgebaut: von einem Gast pro Sendung auf zwei Gäste umgestellt. Auch der Produzent Friedrich Küppersbusch musste gehen. Die Sendung war trotzdem nicht zu retten. Sie war, vereinfacht ausgedrückt, zu fad.

Anschließend ist Gabi Bauer abgestiegen, vom Ersten ins Dritte. Immerhin erhielt sie dort im November vergangenen Jahres eine neue Sendung, in der wieder alles anders gemacht wurde. Bei „Paroli!“ gibt es drei und mehr Gäste, dazu kurze Filmbeiträge. Das Konzept erinnert an den Polittalk „Hart aber fair“ im WDR- Fernsehen. Und wieder passierte Ähnliches. Während der „Hart aber fair“-Moderator Frank Plasberg zu Deutschlands größter Moderatorenhoffnung wurde, geriet Gabi Bauer in Vergessenheit. Erst als im Februar in „Paroli!“ gewissermaßen das Fernsehduell zur Schleswig-Holstein- Wahl ausgetragen wurde, fiel auf, dass sie nichts verlernt hatte. Gabi Bauer und Susanne Stichler behielten das Gespräch im Griff, und Heide Simonis redete sich mit großer Arroganz um den einen oder anderen Prozentpunkt. Die Quoten fingen sich aber auch danach nicht. Bauer, heißt es, werde weiter für den NDR arbeiten. Als Talkshow-Gastgeberin wohl kaum. nol

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