Ausblick : Viel Streit, viel Ehr’?

Der Vorabend im Ersten, bessere Komödien, die Talkshow-Frage: Die Baustellen des neuen ARD-Vorsitzenden Lutz Marmor.

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Streit um den Rundfunkbeitrag, Streit mit den Verlegern, Streit mit Kabel Deutschland: Der neue ARD-Vorsitzende Lutz Marmor hat einige Nüsse zu knacken. Auch im Ersten will Marmor die Problemzonen anpacken. „Ich weiß, dass wir programmlich im Ersten noch Baustellen haben, und ich will sehen, dass wir in meiner Amtszeit die Weichen richtig stellen“, sagte der 58-jährige NDR-Intendant in einem dpa-Gespräch. Vor dem neuen ARD-Vorsitzenden liegt eine zweijährige Amtszeit bis Ende 2014.

Der Vorabend im Ersten, so Marmor, sei noch nicht so, wie er sich ihn vorstelle. „Wir müssen uns in der Unterhaltung verbessern – wie wir es zum Beispiel mit der Show ,Klein gegen Groß’ mit Kai Pflaume geschafft haben“, schwebt Marmor vor. „Den Freitagabend müssen wir qualitativ verbessern – Komödie ist das schwierigste Fach überhaupt. Aber der Erfolg wird sich erst in einem längeren Zeitraum erweisen. Auch am Donnerstag haben wir Nachholbedarf, da spüren wir mitunter recht deutlich den Wettbewerb mit dem ZDF.“

Marmor erwartet keine Mehreinnahmen durch die neue haushaltsbezogene Rundfunkgebühr. „Wir haben diese Anzeichen nicht“, sagte er weiter. „Sollten die Beitragseinnahmen höher ausfallen, dann dürfen die Sender das nicht behalten.“ Die Beitragseinnahmen würden dann dazu verwendet, den Beitrag zu stabilisieren oder zu senken. Es sei aber am wahrscheinlichsten, dass die Erträge sich etwa auf dem Niveau der Gebührenperiode zwischen 2009 und 2012 bewegten.

Dem Vorschlag von ARD-Gremien, einen der fünf abendlichen Talks zu streichen, erteilt Marmor eine Absage. „Ich verstehe nicht, wie dieses Thema manchmal in den Medien hochgejazzt wird. Ich erwarte doch nicht, dass der Zuschauer alle fünf Talkshows im Ersten guckt. Das sind Angebote.“ Jeder könne nach seinem Zeitbudget, nach seiner Vorliebe für Moderatorinnen und Moderatoren sowie nach seinem Themen- und Gäste-Geschmack auswählen.

Der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor bedauerte die Entscheidung des Netzbetreibers Kabel Deutschland, nach der Kündigung von ARD und ZDF die ARD-Angebote bei der Einspeisung einzuschränken. „Ich bedaure eines: dass der Streit auf dem Rücken unserer gemeinsamen Kunden ausgetragen wird. Ich weiß nicht, warum das notwendig sein soll. Wir werden weiterhin miteinander reden und nach Lösungen suchen. Unabhängig davon gibt es die rechtliche Auseinandersetzung.“dpa/Tsp

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