Medien : Ausländische Investoren willkommen

Vor den Medientagen: Weniger Sponsoring für ARD und ZDF gefordert

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Die Übernahme von ProSiebenSat 1 durch den USMilliardär Haim Saban hat das Interesse ausländischer Investoren an deutschen Medien nach Einschätzung von Experten deutlich belebt. „Ich erlebe jetzt, dass die Beteiligung von Saban dazu führt, dass sich ausländische Investoren verstärkt interessieren“, sagte der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, Wolf-Dieter Ring. „Es war uns immer ein großes Anliegen, offen für Investoren aus dem Ausland zu sein und zugleich auch lokale und regionale Anbieter stark zu machen.“ Den Schritt Sabans wertete Ring positiv: „Wir sollten uns freuen, dass es einen Investor gibt, der ein nachhaltiges Interesse daran hat, die Sender zum Erfolg zu führen, damit wird die Senderfamilie wieder wettbewerbsfähiger.“ Er vertraue darauf, dass das Engagement von Saban langfristig angelegt sei, sagte Ring. Bei den Münchner Medientagen, die am Mittwoch beginnen, wird vor allem Sabans Auftritt bei der Eröffnungsveranstaltung mit Spannung erwartet.

Auch im Hinblick auf die Digitalisierung können Investoren künftig zum Zuge kommen, erwartet Ring. Deutschland hinke in diesem Bereich deutlich hinterher. Während in anderen europäischen Ländern der Anteil digitalisierter Haushalte bei 15 bis 20 Prozent liegt, sind in Deutschland lediglich etwa zehn Prozent der Haushalte digitalisiert.

In der Diskussion um eine mögliche Gebührenerhöhung für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk pocht Ring auf die Weiterentwicklung des dualen Systems in Deutschland. „Wir brauchen eine vernünftige Struktur, die nicht dazu führt, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk so dominiert wie besonders in den letzten Jahren“, sagte Ring. Der Wettbewerb müsse auch durch eine Reduzierung der Werbung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gestärkt werden: „Ich bin der festen Überzeugung: Wir müssen die Werbung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk reduzieren, insbesondere das Sponsoring.“ Werbung und Sponsoring sollten dem privaten Rundfunk vorbehalten bleiben, die Gebühren ARD und ZDF. Die Reduzierung sei schrittweise vorzunehmen, damit die Öffentlich-Rechtlichen nicht zu stark belastet würden. dpa

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