• Auszeichnungen für Journalisten: Henri-Nannen-Preis vergeben - Auch „FTD“ ausgezeichnet

Auszeichnungen für Journalisten : Henri-Nannen-Preis vergeben - Auch „FTD“ ausgezeichnet

Henri Nannen hätte dieses Jahr 100. Geburtstag. Der nach ihm benannte Preis steht für herausragenden Qualitätsjournalismus. Bei der Verleihung am Freitag trafen sich die großen Namen der Branche.

Die Vorstandsvorsitzende von Gruner + Jahr Julia Jäkel bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preis in Hamburg. Der Gruner + Jahr Verlag und sein Magazin "Stern" vergaben zum neunten Mal die mit 35 000 Euro dotierten Auszeichnungen.
Die Vorstandsvorsitzende von Gruner + Jahr Julia Jäkel bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preis in Hamburg. Der Gruner + Jahr...Foto: dpa

Die Jury des Henri-Nannen-Preises hat der 2012 eingestellten „Financial Times Deutschland“ einen Sonderpreis für deren letzte Ausgabe verliehen. Die Anfang Dezember erschienene „FTD“-Nummer sei „ein Meisterstück des gedruckten Journalismus“. Die Redaktion hatte eine schwarze Titelseite mit dem abgewandelten Titel „Final Times“ drucken lassen, die Seiten rückwärts gezählt und ihre besten Geschichten aus fast 13 Jahren resümiert. Der Nannen-Preis wird vom Magazin „Stern“ und dem Verlag Gruner + Jahr vergeben, der die chronisch defizitäre „FTD“ eingestellt hatte. Die Auszeichnung wurde am Freitag in Hamburg in mehreren Kategorien vergeben. Sie
erinnert an „Stern“-Gründer Henri Nannen, der dieses Jahr 100 würde.

Als Investigativ-Journalist wurde Wolfgang Kaes vom Bonner „General-Anzeiger“ geehrt. Er stolperte über eine Anzeige, mit der eine Frau 16 Jahre nach ihrem Verschwinden für tot erklärt werden sollte, und ging der Sache im Alleingang nach. Am Ende klärte Kaes den Tod der Frau auf, ihr Ex-Mann wurde wegen Totschlags verurteilt. Für die beste Reportage wurde Heike Faller geehrt, die einen Patienten eines Präventionsprojektes für Pädophile begleitet hatte.

In der Sparte „Dokumentation“ wurden Fabian Gartmann und Sönke Iwersen für einen „Handelsblatt“-Artikel über den Unternehmer Anton Schlecker ausgezeichnet. Den Preis in der Kategorie „Essay“ bekam der
Politikchef der „Zeit“, Bernd Ulrich, für einen Reisebericht über deutsche Vergangenheitsbewältigung. Im Bereich „Foto-Reportage“ gewann Sandra Hoyn von emerge-mag.com mit einem Beitrag über kleine Kinder in Thailand, die für einen Hungerlohn brutal boxen müssen.

Der Preis für Verdienste um die Pressefreiheit ging an René Wappler von der „Lausitzer Rundschau“ für die Berichterstattung über Rechtsextreme. Die Ehrung für das publizistische Lebenswerk erhielt die Herausgeberin der „Münchner Abendzeitung“, Anneliese Friedmann.

Der Henri-Nannen-Preis wurde zum neunten Mal vergeben. Auf der Gästeliste der Feier standen viele Prominente wie Moderator Thomas Gottschalk, Bertelsmann-Matriarchin Liz Mohn, „Focus“-Mitherausgeber Helmut Markwort und Tagesschau-Sprecherin Judith Rakers. (dpa)

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