Medien : Bald junge „Süddeutsche“ in kleinem Format?

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Im Mai brachte der SpringerVerlag die Zeitung „Welt Kompakt“ im kleinen Format heraus, im Herbst folgten Holtzbrinck und M. DuMont Schauberg mit den Tabloid-Zeitungen „News“ und „Kölner Stadt-Anzeiger Direkt“. Nun sagte auch der Chefredakteur der „Süddeutschen“, Hans-Werner Kilz, dass seine Zeitung an einer kleinformatigen Ausgabe arbeite. Vom Konzept her soll sie sich jedoch von der geschrumpften Konkurrenz unterscheiden. Die kleine „SZ“ soll, erklärte Kilz, einen eigenen Stil haben und eine „Zeitung zum Lesen“ sein, die sich allerdings vor allem an junge Leser richte.

Kilz Bemerkung brachte wieder Bewegung in das Projekt „SZ 2“. Denn tatsächlich wird seit Anfang des Jahres schon in der „SZ“ auf kleinen Seiten layoutet, probeweise. Doch bislang war nur eine kleinformatige Beilage geplant und keine komplette Zeitung. Nach Vorbild des englischen „Guardian“ sollten darin Reportagen und Servicegeschichten ausgelagert werden. Auch die Wochenend-Beilage sollte darin aufgehen. Ende September wurde die „SZ 2“ sogar eine Woche lang produziert und manchen Abonnenten zugeschickt. Die Werbekunden brachten das Projekt jedoch zum Stillstand. Sie hegen grundsätzliche Bedenken gegen Beilagen: Weil die nichts kosteten, erschienen sie den Menschen weniger wert. Die Leser-Tests, sagte Kilz, seien hingegen gut verlaufen.

Vielleicht ersteht also das Projekt „SZ 2“ als komplette Tabloid-Zeitung wieder auf. Die letzte Entscheidung über die „SZ 2“ liegt bei den Verlags-Gesellschaftern. Sie wird in deren Sitzung im Februar erwartet. nol

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