Medien : Ballyhoo!

Neue „Sportschau“: mehr Fußball, weniger Bilder vom Spielfeldrand

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Mehr Fußball und weniger Schnickschnack, so soll sich die ARD„Sportschau“ bei ihrem Bundesliga-Comeback in knapp einem Monat präsentieren. „Wir wollen vor allem, weil das der Wunsch der Zuschauer ist, möglichst komprimiert viel Fußball zeigen“, sagte Moderator Gerhard Delling am Sonntag. Heribert Faßbender, Sportchef des Westdeutschen Rundfunks, bei dem die Federführung für die ARD-Gemeinschaftsproduktion liegt, versicherte: „Die Randerscheinungen werden bei uns am Rand bleiben.“ Mit der Bundesliga-„Sportschau“ bis 1988, wie sie viele Zuschauer noch in verklärter Erinnerung haben, wird die neue Sendung nur noch wenig gemein haben. „Es war eine andere Zeit, eine andere Kultur und entsprechend eine ganz andere Lehre, wie Fußball präsentiert werden muss“, sagte Delling. Den hohen technischen Standard, den Sat 1 in elf Jahren „ran“ entwickelt hat, will die ARD halten. „Die haben einen guten Job gemacht“, lobten sowohl Delling als auch Faßbender, der zudem versprach: „Die Sportschau wird so rasant wie möglich mit modernsten technischen Mitteln.“ Neben den reinen Bildern, die weiter vom TV-Dienstleister Plazamedia produziert werden, soll es aber keine Ähnlichkeiten mit der privaten Konkurrenz geben. Eine weitgehend eigenständige Bundesliga-Redaktion, deren Leiter noch gesucht wird, soll ein eigenes Profil entwickeln. „Analyse ist bei uns kein Selbstzweck“, sagte Faßbender.

Mehr Zeit für mehr Fußball soll in erster Linie durch den Verzicht auf das bei „ran“ obligatorische und wild klatschende Studiopublikum gewonnen werden. „Da müsste man automatisch Zeit investieren, und die sparen wir uns“, sagte Delling. Die Werbung soll, anders als bei Sat 1, nur in zwei Blöcken laufen. „Es gibt aber auch Beiwerk, das schmückend ist und mehr Dynamik reinbringt“, erklärte Delling. Details stünden noch nicht fest.

Neben Delling und Reinhold Beckmann als Präsentatoren soll auch Länderspiel-Experte Günter Netzer zum Einsatz kommen – aber nicht als Dauergast. „Regelmäßig kann ich mir schon deshalb nicht vorstellen, weil der gute Mann noch einen anderen Job hat“, sagte Delling. Als Manager und Minderheitsgesellschafter der Agentur Infront war Netzer am Verkauf der TV-Rechte an die ARD beteiligt.

„Bei Spitzenspielen im Studio oder im Stadion“, so umschreibt Faßbender die Einsatzmöglichkeiten von Netzer. Dabei spielt es keine Rolle, wer gerade Sportschau-Moderator ist. „Das Länderspiel-Modell ist unabhängig von der Bundesliga, er könnte bei der Sportschau genauso mit Reinhold Beckmannn auftreten“, sagte Netzers sonstiger Partner Delling. Das wird beide Überwindung kosten, Beckmann und Netzer gelten alles andere als Freunde. jbh

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