Medien : Bambi, Auto, Traumschiff

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Es gibt kaum etwas im deutschen Fernsehen, vielleicht noch die Ziehung der Lottozahlen, das mehr in Routine erstarrt als Fernsehpreisverleihungen. Goldene Kamera, Deutscher Fernsehpreis, Bambi; alles ein Schema: Ansager kommt, Ansager geht, Laudator kommt, Namen der Nominierten vorlesen, Preisträger nennen, Preisträger kommt. Tränen, Tusch, Danksagung, Gruß an die Mutter, Preisträger geht. 6,72 Millionen Menschen haben sich das am Donnerstagabend bei der 58. Bambi-Verleihung angesehen, zweieinhalb Stunden lang. 22,1 Prozent Marktanteil fürs Erste, das Fernsehereignis des Abends.

An den Moderatoren Harald Schmidt und Eva Padberg kann das nicht gelegen haben. Für beide war die Burda-TV-Gala mit ihrer Mischung aus Stars, Sternchen, Stuttgarter Autohauseröffnung und sozialem Engagement eine Nummer zu groß. Kaum Gags, viele Bambis abhaken in 17 Kategorien. Abgesehen von Königin Silvia, die den Ehren-Bambi erhielt, könnte Harald Schmidt einige der Preisträger bald im ZDF-„Traumschiff“ wiedersehen, auf dem Schmidt Anfang 2007 als Schauspieler anheuert: Nadja Tiller, Walter Giller, Mario Adorf, Modezar Roberto Cavalli, vielleicht sogar mal Oliver Kahn, Anna Netrebko oder Bernd Eichinger. Bewegendste Momente waren die Ehrungen für den schwerkranken Jörg Immendorff und den blinden Jungen Kevin Barth, der für Taub-Blinde WM-Berichte verfasste. Der schönste Satz des Abends kam von Karl Lagerfeld, an Harald Schmidt gerichtet, hinter der Bühne: „Sie wirken so, als ob Sie gar nicht dazugehören.“ meh

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