Medien : BB Radio überholt r.s.2 Kleine Sender kommen ganz groß raus

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Das Radio wird viel genutzt, aber man spricht nicht darüber. Dieses Imageproblem des Hörfunks hat kürzlich eine Studie der Uni Köln herausgefunden. Wie viele das Radio tatsächlich nutzen, das ermittelt zweimal im Jahr die so genannte Media Analyse (MA). Am Mittwoch wurden die neuesten Zahlen veröffentlicht.

Demnach hören 20 516 Menschen in der Durchschnittsstunde (Montag bis Sonnabend von 6 bis 18 Uhr) Radio. 11 060 davon bevorzugen private Sender, 9456 einen der öffentlich-rechtlichen Sender. Die Zahlen sind im Vergleich zur letzten MA stabil.

Bewegung ist im wettbewerbsintensiven Radiomarkt Berlin und Brandenburg festzustellen. So hat der Privatsender BB Radio den bisherigen Marktführer r.s.2 vom Thron gestoßen. In der Hauptstadt allerdings bleibt r.s.2 die Nummer 1, worüber sich die r.s.2-Mannschaft freut, denn die Werbegelder fließen – wenn sie denn fließen – eher aus Berlin denn aus Brandenburg.

Auffällig ist der hohe Hörerzuwachs von jungen Nischensendern, insbesondere bei Kiss FM, aber auch bei Radio Fritz und Energy. Sie legen allesamt im zweistelligen Prozentbereich zu. Doch auch Radio Eins und Jazz-Radio gewannen überdurchschnittlich viele neue Hörer. Abwärts geht es hingegen mit Hundert,6. Der Berliner Sender, der unter dem neuen Geschäftsführer wieder zu seinen Froschfunk-Wurzeln zurückkehrt, hat in der gesamten Region jeden fünften Hörer verloren und erreicht jetzt nur noch 49 000 pro Durchschnittsstunde. Massive Verluste hat auch Spreeradio zu beklagen, mit nunmehr 58 000 Hörern und damit knapp 16 Prozent weniger.

Die Zahlen der Media-Analyse werden insbesondere von den ausschließlich werbefinanzierten privaten Radiosendern stets mit großer Spannung erwartet. Zum einen geben die Daten Aufschluss über den Erfolg des Programms, zum anderen dienen sie als Grundlage zur Berechnung der Werbespotpreise. usi

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