Medien : Beinhartes Frühstück

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DAS SPIEL IST AUS!

Es gibt Wörter, die einfach nicht zusammenpassen, auch wenn sie gut klingen: Fußball und Frühstück zum Beispiel. 8 Uhr 30, das ist keine Zeit, schon 13 Uhr 30 ist schlimm genug; auch am Mittag ist der Tag noch nicht rund. Wenn zu Fußball und Frühstück aber noch etwas Drittes dazukommt, das die Sache auf die Spitze treibt, dann ist der Tagesablauf endgültig zerstört: ein dreifaches F-Wort entsteht da, Fußball-Frühstück-Faßbender. Denn selbstverständlich hat es sich Heribert Faßbender nicht nehmen lassen, allerseits Guten Morgen zu wünschen und uns mit dem Achtelfinale gegen Paraguay zu versorgen. Bei derlei Vorgaben konnte man ahnen, dass der Tag nicht leicht werden würde. Oder, um es mit Faßbender zu sagen: „Da heißt es aufpassen für die deutsche Mannschaft!“

Vor allem die ARD vergönnt es dem Zuhörer immer wieder, die alten Zeiten des Dampfradios und der Dampfplaudereien wieder aufzufinden: Zeiten, in denen man sich noch nicht mit „Viererabwehrketten“ verhaspeln konnte und die Entwicklungsländer noch brave Entwicklungsländer waren, Zeiten, in denen man noch auf die „Präzisionsschützen“ der Deutschen vertrauen konnte. Faßbender „marschiert auf eigene Faust“, so wie er es dem deutschen Sturmangriff von Mal zu Mal gerne empfiehlt. Und so erleben wir das merkwürdige Phänomen, dass selbst die deutsche Fußball-Nationalmannschaft, die zu den beinhart strukturkonservativen Elementen der deutschen Gesellschaft gehört, moderner wirkt als das Pendant in den Medien.

Doch damit nicht genug: auf Premiere trat parallel zu Faßbender tatsächlich Fritz von Thurn und Taxis auf! Das ist ein Duo Infernale, das wir selbst nach der Schande von Gijon und nach dem 0:3 gegen die portugiesische Ersatzmannschaft bei der letzten Europameisterschaft nicht verdient haben. Mayer-Vorfelder, Faßbender, Thurn und Taxis: In was für einem Land leben wir denn! Dagegen ist Paraguay ja eine richtige Demokratie! Helmut Böttiger

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