Berichterstattung : Medien bekommen RAF-Urteile

Die Bundesanwaltschaft gibt die RAF-Urteile zum Mord an Siegfried Buback demnächst frei. Medienvertreter sollen vom 15. August an anonymisierte Kopien der beiden Urteile gegen Knut Folkerts, Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt erhalten können.

Die Bundesanwaltschaft gibt die RAF-Urteile zum Mord an Siegfried Buback demnächst frei. Medienvertreter sollen vom 15. August an anonymisierte Kopien der beiden Urteile gegen die Ex-Terroristen Knut Folkerts sowie gegen Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt erhalten können. Das erklärte Bundesanwalt Rainer Griesbaum. Wegen neuerlicher Ermittlungen im Fall Buback gegen den einstigen Terroristen Stefan Wisniewski hatte die Behörde vor wenigen Wochen die Anträge zahlreicher Medien auf Herausgabe der Urteile abgelehnt, weil notwendige Zeugenvernehmungen durch Medienberichte beeinträchtigt werden könnten. Mehrere Verlage hatten daraufhin Klagen gegen die Bundesanwaltschaft vorbereitet. Nach Griesbaums Worten sind die Verhöre bis Mitte August so weit abgeschlossen, dass keine Bedenken mehr gegen eine Veröffentlichung der schriftlichen Urteilsbegründungen bestünden.

Hintergrund des Konflikts war die durch Michael Buback, den Sohn des 1977 ermordeten Generalbundesanwalts, ausgelöste Diskussion über die bis heute ungeklärte Frage, wer damals bei dem Attentat in Karlsruhe die tödlichen Schüsse abgefeuert hat. Als unmittelbar Beteiligte galten bisher Christian Klar, Knut Folkerts und Günther Sonnenberg. Der Ex-Terrorist Peter-Jürgen Boock brachte im April Wisniewski als möglichen Schützen ins Gespräch. Seitdem ermittelt die Bundesanwaltschaft erneut gegen den Ex-Terroristen. Michael Buback verwies zudem auf in den Urteilen nicht auftauchende Zeugenaussagen, wonach auch eine Frau geschossen haben könnte. Weil damit die damaligen Urteile gegen Folkerts (1980) und Klar (1985) immer stärker in den Mittelpunkt des Interesses rückten, beantragten Dutzende von Medienvertretern Abschriften bei der Bundesanwaltschaft. dpa/Tsp

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