Medien : Berlin, umsonst und draußen Für 40 Euro ins mobile Internet

Immer mehr Plätze in der Hauptstadt und im Umland bieten drahtlosen Internetzugang

Kai Kolwitz

Die Leute von der C-Base verfügen über einen der schönsten Arbeitsplätze Berlins. Die Räume des Computer-Kulturvereins befinden sich in der Rungestraße direkt an der Spree – bei schönem Wetter werden einfach die Laptops unter den Arm geklemmt, und die Arbeit geht am Wasser weiter, umsonst und draußen halt. Auch in der Morena-Bar in Kreuzberg oder im Sony-Center am Potsdamer Platz gibt es kostenlose Zugänge zum drahtlosen Internet.

Um die wenigen Sonnenstunden dieses Sommers nutzen zu können, ohne dass die Arbeit liegen bleibt, braucht es nicht allzu viel: Die meisten tragbaren PCs, die heute erhältlich sind, bringen bereits alles mit, was nötig ist, um per Wireless-LAN ins Internet zu gehen. Ältere Modelle lassen sich unkompliziert nachrüsten (siehe Kasten).

Und wo geht man dann hin? Am meisten Glück haben diejenigen, deren Arbeitgeber im Büro ein Funk-Netzwerk installiert hat: Bis aufs Dach oder in den Innenhof trägt die Verbindung fast immer. Ist das nicht der Fall, muss man einen Ort finden, an dem sich ein kommerzieller Internet-Zugang befindet, in den man sich drahtlos einbuchen kann. „Man kann in Großstädten in der Innenstadt eigentlich immer ein Hotel oder ein Café finden, das einen WLAN-Zugang anbietet“, meint Johannes Lenz-Hawliczek dazu. Rund 340 Hotspots verzeichnet die Seite www.portel.de, für die Lenz-Hawliczek arbeitet, in der Hauptstadt.

Auch auf den Websites www.mobileaccess.de, www.connect.de und noch auf einigen mehr lassen sich Orte mit Netzzugang lokalisieren. Drahtlos arbeiten kann man etwa vor dem Roten Rathaus, am Café am Neuen See im Tiergarten, an vielen Standorten der Café-Ketten Starbucks, Meyerbeer und Einstein, auf dem Pariser Platz oder auch auf dem Savignyplatz.

Wer bei Sonnenschein sein Büro ins Straßencafé verlegen möchte, sollte das beim ersten Mal allerdings nicht gerade dann machen, wenn unbedingt eine wichtige Präsentation weggemailt werden muss. Zwei bis drei Alternativstandorte sollte man außerdem in petto haben – denn nicht überall, wo theoretisch ein Zugang besteht, kann man sich auch spontan anmelden. Auch vom Preis her gibt es zwischen den einzelnen Anbietern große Unterschiede: So bieten einige Cafés den Zugang sogar kostenlos als Service für die Gäste an. Meistens allerdings kostet der Zugang: Zwischen drei und fünf Euro für die halbe Stunde liegt der Tarif in der Regel.

Bei der Bezahlung gibt es verschiedene Modelle: Teils führt der Weg ins drahtlose Netz über den Kauf einer Prepaid-Karte – ein Stück Plastik, dessen einzige Funktion darin besteht, dass darauf ein Passwort gedruckt ist, das man auf einer Eingangseite eingeben muss, die sich automatisch öffnet. Außerdem haben fast alle Mobilfunkanbieter Möglichkeiten geschaffen, den mobilen Internet-Zugang per Handy zu zahlen. Man schickt dazu eine SMS an eine bestimmte Nummer und erhält das Passwort auf gleichem Weg zurück. Auch die Internet-Provider geben ihren Vertragskunden zunehmend die Möglichkeit, sich mit ihren ganz normalen Nutzerdaten anzumelden – bei AOL wird dabei genau das Gleiche abgerechnet, als wenn man sich zu Hause einloggen würde. T-Online ruft dagegen 16 Cent pro Minute auf.

An vielen Hotspots kann man sich auch per Kreditkarte einloggen. Allerdings sollte man dann darauf achten, dass die Daten verschlüsselt übertragen werden – erkennbar ist das an dem kleinen Vorhängeschloss, das rechts unten im Browser zu sehen sein muss. Aber egal, welche Art der Bezahlung man wählt: Wichtig ist nicht nur die Summe, die der Anbieter für die Zeiteinheit nennt, sondern auch, wie sie genau abgerechnet wird: „Oft ist es so, dass ein einmal angebrochenes Guthaben verfällt, sobald man sich das erste Mal eingeloggt hat“, beschreibt Lenz-Hawliczek. Das heißt nichts anderes, als dass einmal E-Mails abrufen genauso viel kostet wie eine halbe Stunde oder sogar ein ganzer Tag Online-Zeit.

Als Allzweckwaffe für das mobile Internet im Berliner Raum eignet sich dagegen recht gut das Angebot der Berlikomm-Tochter BerlinNet: Zum einen existieren in der Hauptstadt gut 70 Standorte, was für räumliche Flexibilität sorgt, zum Zweiten bietet das Unternehmen sechs unterschiedliche Tarife an. Drei Stunden stückweise nutzbare Onlinezeit gibt es etwa für 9,90 Euro. Auch T-DSL-Kunden sind zumindest noch in diesem Sommer fein raus: Für 9,99 Euro zusätzlich im Monat bietet ihnen die Telekom öffentliches WLAN, solange man will. Allerdings nur noch bis zum 30. September, danach gibt es für den Preis drei Stunden umsonst, jede weitere Minute kostet acht Cent.

Der Preis: PC-Cards, die mit der g-Version arbeiten, kosten mit rund 40 Euro überdies kaum mehr als Karten, die noch mit der älteren b-Version betrieben werden. USB-Sticks gibt es allerdings zumeist nur mit der b-Version, sie kosten ebenfalls rund 40 Euro. sag

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