• Berliner Journalistenpreis: „Der lange Atem 2016“ für "taz", RBB und "Frontal 21"/ZDF

Berliner Journalistenpreis : „Der lange Atem 2016“ für "taz", RBB und "Frontal 21"/ZDF

Die Themen Kongo, Taschendiebe und Steueroasen - der Berliner Journalistenpreis „Der lange Atem 2016“ geht an Dominic Johnson/Simone Schlindwein ("taz"), Adrian Bartocha/Olaf Sundermeyer (rbb/ARD) und Herbert Klar (Frontal21/ZDF)

Preisverleihung "Der lange Atem"
Preisverleihung "Der lange Atem"Foto: JVBB


Dominic Johnson und Simone Schlindwein ("taz") sind mit dem Journalistenpreis „Der lange Atem“ ausgezeichnet worden. Sie erhalten den ersten Preis für ihre langjährigen Recherchen über die Hintermänner von Kriegsverbrechen im Kongo. In der Folge kam es zum ersten Prozess in Deutschland nach dem Völkerstrafgesetzbuch. Die Verleihung durch den Journalistenverband Berlin-Brandenburg (JVBB) fand am Mittwochabend vor 250 Gästen aus Medien, Politik, Wirtschaft und Kultur in der Akademie der Künste am Pariser Platz statt.

Der zweite Preis ging an Adrian Bartocha und Olaf Sundermeyer (RBB/ARD) mit dem Thema „Einbrecher und Taschendiebe – Reisende Banden in Berlin“. Mit dem dritten Preis wurde Herbert Klar ("Frontal21"/ZDF) ausgezeichnet, der bei seinen Reisen mit versteckter Kamera in sieben Steueroasen beharrlich dokumentiert hat, wie leicht es immer noch ist, Geld vor dem deutschen Fiskus zu verbergen.

Als Ehrengast der zehnten Verleihung würdigte Bundesjustizminister Heiko Maas Preisträger und Nominierte: "Wer eine lebendige Demokratie will, der braucht mehr als nur Verkündungsjournalismus und Emotionslieferanten. Wir brauchen Journalistinnen und Journalisten, die Gerüchten und Halbwahrheiten die Fakten solider Recherche entgegensetzen."

Dass die Opfer nicht vergessen werden


Der unabhängigen Jury unter dem Vorsitz von Dagmar Engel gehören acht prominente Journalistinnen und Journalisten an, darunter Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff.

In der Laudatio der Jurorin Ilka Brecht heißt es über den ersten Preis: „Dominic Johnson und Simone Schlindwein schreiben spannend, fundiert und aus einem tief empfundenen Chronistenpflicht-Gefühl heraus. 8 Jahre, 33 Artikel und 320 Gerichtstermine lang berichten sie und sorgen dafür, dass die Opfer nicht vergessen werden.“

Die Träger des zweiten Preises, Adrian Bartocha und Olaf Sundermeyer, wurden von Dagmar Engel gewürdigt: „Für das Publikum wird der Recherche-Einsatz spürbar: Hier haben sich zwei Journalisten jahrelang Mühe gemacht, etwas herauszufinden, und nicht einfach das scheinbar Offensichtliche auf die Schnelle abgedreht. Diese Extra-Meile ist der Weg, Journalismus auch im digitalen Zeitalter des Informationsüberflusses unentbehrlich zu machen.“

Zum Träger des dritten Preises, Herbert Klar, sagte Laudator Christoph Singelnstein: "Die ganze Absurdität zeigt sich, wenn mit europäischen Steuergeldern gerettete Banken bei der Steuerhinterziehung behilflich sind. Doch der Rechtsstaat Deutschland und seine angezapften Geldwaschanlagen wanken mächtig, wenn die kleine versteckte Kamera auf sie gerichtet wird. Dieses Engagement verdient es, ausgezeichnet zu werden." Tsp

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