Berliner Radiomarkt : Streit bei Motor FM spitzt sich zu

In der Auseinandersetzung zwischen Tim Renner und der Geschäftsführung des Senders hat nun ein Gericht gesprochen. Das letzte Wort war dies jedoch vermutlich nicht.

von
Tim Renner
Tim RennerFoto: Rückeis

Der Streit unter den Gesellschaftern des Berliner Radiosenders MotorFM hat sich weiter zugespitzt. Die Auseinandersetzung fand inzwischen vor dem Landgericht Berlin ihre Fortsetzung. Das Gericht hatte eine Klage von MotorFM-Mitgründer und Minderheitsgesellschafter Tim Renner gegen den MotorFM-Veranstalter und deren Geschäftsführer Mona Rübsamen und Markus Kühn im Juni zurückgewiesen. In der Klage ging es unter anderem um die Frage, ob bei einem in wirtschaftliche Schieflage geratenen Unternehmen ein Gesellschafter ausscheiden muss, wenn er sich nicht durch geeignete Mittel wie eine Kapitalerhöhung an der Sanierung beteiligt.

Zum Hintergrund: Renner und die beiden Geschäftsführer Rübsamen und Kühn streiten seit Längerem über die strategische Ausrichtung von MotorFM. Renner wirft dem Management vor, die Expansion des Senders im Internet nicht stark genug voran zu treiben und zudem die Vermarktung des Senders zu vernachlässigen. Die Geschäftsführer und die dahinter stehenden Gesellschafter haben Renner vorgeworfen, die Aufstockung der finanziellen Grundlagen blockiert zu haben. Der endgültige Bruch zeichnete sich im Januar ab, als Renner die Beteiligung an einer Kapitalerhöhung an die Forderung koppelte, dass Rübsamen und Kühn von ihren Ämtern zurücktreten sollten. Dazu kam es nicht, Renner ließ die Frist für die Kapitalerhöhung verstreichen.

In der letzten Reichweitenuntersuchung des Berliner Radiomarktes lag der 2005 gestartete Sender MotorFM im Aufwärtstrend. Laut Radio MA 2011/II kommt der Sender auf seiner UKW-Frequenz 100,6 auf 21 000 Durchschnittshörer in der Stunde. Damit liegt der Sender im Ranking für die Region Berlin-Brandenburg vor Radio Cottbus, Radio Teddy und Jazz Radio. Ein Jahr zuvor hatte MotorFM noch mit 11 000 Durchschnittshörern ganz hinten in der Reichweitenstatistik gelegen.

Ob Tim Renner gegen die Entscheidung in Berufung geht, steht noch nicht fest. Zur Zeit befindet er sich in Australien im Urlaub. Kurt Sagatz

Autor

6 Kommentare

Neuester Kommentar