Medien : Berliner starten Youtube für Cartoons

Ol ist schon dabei, Til Mette, auch Reiner Schwalme, alles große Namen in der Karikaturistenszene. Seit Anfang Dezember ist die Seite www.toonpool.com online, und Bernd Pohlenz, neben dem langjährigen „tip“-Chefredakteur Karl Hermann einer der Macher der Seite, ist zufrieden. Über 160 Künstler haben schon 1700 Cartoons auf die Website geladen. „Wir sind selber überrascht, dass es dermaßen brummt“, sagt Pohlenz. Vor allem, dass auch Profis wie Ol und Tagesspiegel-Karikaturist Reiner Schwalme mitmachen. Toonpool funktioniert nach dem Youtube-Prinzip: Jeder registrierte Nutzer kann Cartoons hochladen, andere diskutieren darüber, und die Cartoons mit den meisten Klicks landen auf der Startseite. Profis kommentieren die Zeichnungen von Nachwuchskünstlern. Und umgekehrt.

Momentan wirkt die Seite zwar noch so, als werde sie hauptsächlich von deutschen Nutzern aufgesucht, aber die Benutzeroberfläche ist in englischer Sprache. Die Seite ist international konzipiert. Rund zehn Prozent der Nutzer sind internationale Künstler: Polen, Griechen, Chilenen, Finnen, sogar aus Afghanistan und China werden Cartoons geschickt. Damit auch ein Chilene über den Berliner Witz von Ol lachen kann, findet sich neben den meisten Cartoons eine Übersetzung. Die Seite wird laut Pohlenz rund um die Uhr überwacht, bei pornografischen oder rassistischen Inhalten greifen die Administratoren ein.

Bald sollen User auch Fotos von sich hochladen können, um sich von einem der Cartoonisten karikieren zu lassen. Oder man hat eine Cartoonidee, kann sie aber selbst nicht umsetzen. „Dann stellen Sie Ihre Idee als Text ein, einem Zeichner gefällt das, und schon hat sich ein kleines Team gebildet“, sagt Pohlenz. Werbung will er erst mal nicht schalten. Vor kurzem habe schon eine große Verlagsgruppe Interesse angemeldet – „aber wir wollen die Seite erst mal aufbauen“. mga

www.toonpool.com

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben