„Berliner Zeitung“ : Redakteure geben leitende Positionen auf

Die Ex-IMs Thomas Leinkauf und Ingo Preißler bleiben bei „Berliner Zeitung“, geben aber ihre Leitungsfunktionen auf.

Am Ende verzichten sie freiwillig: Thomas Leinkauf, Ressortleiter Seite 3 und Magazin, und Ingo Preißler, stellvertretender Ressortleiter Politik, geben ihre Leitungsfunktionen in der Redaktion der „Berliner Zeitung“ auf. Ende März war bekannt geworden, dass die beiden Journalisten zu DDR-Zeiten als Inoffizielle Mitarbeiter (IM) für die Staatssicherheit tätig waren. Seither hatten sie ihre Führungsaufgaben ruhen lassen. Heute berichtet die „Berliner Zeitung“ auf ihrer Medienseite, dass Leinkauf und Preißler weiterhin als Redakteure arbeiten werden.

Ein von der Chefredaktion eingesetzter unabhängiger Ehrenrat – bestehend aus Theaterregisseur Thomas Langhoff, dem früheren Direktor der Gauck-Behörde Peter Busse, dem Schriftsteller Adolf Endler und dem Vorstandsvorsitzenden der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Rainer Eppelmann – hatte die beiden Fälle auf Wunsch der Redaktion untersucht und besprochen. Kürzlich gab er bekannt, dass eine Weiterbeschäftigung der beiden Journalisten möglich sei, weil sie ihre Vergangenheit aufgearbeitet hätten und nun demokratischen Grundsätzen folgen würden. Dass die Journalisten jetzt freiwillig auf ihr Amt verzichten, begrüßen Ehrenrat und Chefredaktion. Gestern hatte noch einmal ein Treffen der drei Parteien stattgefunden.

Nach dem Bekanntwerden der beiden Stasi-Fälle hatten um die 100 Redakteure ihre Akten bei der Birthler-Behörde zur Einsicht angefordert, um sie dem Ehrenrat zur Verfügung zu stellen. Ende August will er die Ergebnisse der Untersuchung bekannt geben.

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