Medien : Bernd Gäbler gibt auf

Uwe Kammann neuer Leiter des Grimme Instituts

Joachim Huber

Bernd Gäbler geht als Chef des Adolf Grimme Instituts, Uwe Kammann, Leiter des Medienfachdienstes „epd Medien“, übernimmt die Position. Gäbler geht nach nur dreieinhalb Jahren; wer nach so kurzer Zeit geht, der geht im Streit. Gäbler kam von der Zeitung „Die Woche“ zum Adolf Grimme Institut, das mit dem Grimme Preis einen der renommiertesten Fernsehpreise in Deutschland vergibt. Gäblers Anspruch: „Ich wollte Grimme erneuern“, einen Modernisierungsschub durchsetzen. Heraus aus der Nische einer gewissen kulturpessimistischen Routine in der Beobachtung von Fernsehen, hin zu einer Betrachtung der gesamten TV-Landschaft, zu den neuen Medien. Ein bisschen so: Aus Marl heraus und in die ganze Welt hinein. Bernd Gäbler ist ein couragierter, pointiert formulierender, ein Drängler, dem die (finanzielle) Administration des Instituts nicht zuerst am Herzen lag.

Ist das alles mit dem Grimme Institut, mit seinem größten Gesellschafter, dem Deutschen VolkshochschulVerband, vereinbar? Dessen Vorsitzender, der Leverkusener Oberbürgermeister Ernst Küchler, sagt, „wir erwarten von Uwe Kammann, dass er die besondere Qualität des Instituts, die enge Verbindung von Medien und Erziehung, in der Projektarbeit weiterführen wird“. Das klingt nicht nach Gäblers Intentionen. Jetzt, da die „strategischen Gemeinsamkeiten erschöpft“ und das „menschliche Verhältnis zerrüttet“ seien, geht Bernd Gäbler, muss er gehen.

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