Berufsverband : "Freischreiber" hilft freien Journalisten

Am Wochenende hat sich in Berlin ein Berufsverband für freie Journalisten unter dem Namen "Freischreiber" gegründet. Nach Regionaltreffen in Hamburg, München, Berlin, Stuttgart und Köln formulierten die 120 Gründungsmitglieder auf einem Kongress ihre Ziele, wie die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, Professionalisierung und angemessene Honorierung.

Simone Schellhammer

 Schätzungsweise 25 000 freiberufliche Journalisten gibt es in Deutschland. Der Anteil ihrer Beiträge in Magazinen, Zeitungen, Fernseh- und Radiosendungen steigt. Schon heute kommt kaum eine Redaktion ohne sie aus, und doch sind Rahmenbedingungen oft denkbar schlecht. Daher müssen freie Journalisten meist wie Unternehmer agieren. Um dieses Selbstmanagement ging es im Vortrag „Jeder sein eigener Verleger? Freie Journalisten im digitalen Zeitalter“ von Stefan Niggemeier, der frei für die „FAS“ arbeitet und einen bekannten Webblog herausgibt.

Angestoßen worden war die Initiative von den zwei freien Journalisten Felix Zimmermann und Kai Schächtele, die in den Vorstand des Verbandes gewählt wurden. Auf der Website haben sich fast 900 freie Journalisten registriert. Darunter Mitarbeiter aller großen deutschen Medien. Wichtig ist den Initiatoren, dass sich der Verband nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zu den Gewerkschaften sieht. Anders aber als etwa beim Deutschen Journalisten-Verband (DJV), bei dem auch hauptberufliche Pressesprecher Mitglieder sind, wollen sich die „Freischreiber“ klar von der PR-Branche abgrenzen. Ansonsten kann jeder Journalist Mitglied werden, der in der Künstlersozialkasse registriert ist.

Vorbild ist die ähnlich gelagerte Organisation für freie Fotografen „Freelens“. Ihr Vorsitzender, Bertram Solcher, sprach in seinem Kongressvortrag über die Entstehung und die Erfahrungen seines Verbandes. Gegründet 1995 als Reaktion auf den Versuch des „Stern“, seine freien Fotografen zu ungünstigen Verträgen zu drängen, zählt „Freelens“ heute 1600 Mitglieder.

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