Medien : Besser in den Schredder

Von Adresslisten bis Zugangsinformationen: So werden private Daten unwiderruflich gelöscht

Kurt Sagatz

Egal, ob man ihn verkauft, verschenkt oder verschrottet: Bevor man sich von seinem alten PC trennt, müssen sämtliche persönlichen Daten entfernt werden. In der Praxis ist das leichter gesagt als getan. Angefangen vom Windows-Benutzerkennwort über die Zugangsdaten für Internet und Mail-Postfach bis hin zum Homebanking schlummern auf der Festplatte eine Vielzahl von Informationen, die geheim bleiben sollten.

WO MUSS NACHGESEHEN WERDEN?

Im einfachsten Fall wird der Computer durch eine komplette Neuinstallation des Betriebssystems wieder in seinen Ursprungszustand zurückversetzt, nachdem die alten Daten zuvor mittels spezieller Programme unwiderruflich zerstört wurden. Oftmals will man den PC jedoch in seiner derzeitigen Form weitergeben, beispielsweise an die Kinder, Verwandte oder Freunde, und will darum nur die persönlichen Daten entfernen. Auch dafür gibt es Strategien. Von zentraler Bedeutung ist dann der Ordner „Eigene Dateien“. Hinter diesem Link steht ein Verzeichnis, das Windows automatisch für jeden Benutzer anlegt (auch daran sollte vor der Weitergabe gedacht werden). Innerhalb der „Eigenen Dateien“ gibt es Ordner für Bilder, Musik, Videos, auch viele Nutzprogramme legen dort eigene Ordner an. Um den Betrieb der Programme und des PCs nicht zu gefährden, sollten nicht die Ordner selbst, sondern die darin befindlichen Inhalte gelöscht werden. Richtig gelöscht wird mit sogenannten Shredder-Programmen, die kostenlos über das Internet zu beziehen sind (Google-Abfrage). Gute Bewertungen erhielten unter anderem die Programme „Eraser“, „PC Inspector e-maxx“ und „CBL Daten-Shredder“.

WELCHE ORDNER SIND NOCH WICHTIG?

Leider halten sich längst nicht alle Programme an den zentralen Speicherort. Ein weiterer Speicherplatz befindet sich im Unterordner „Anwendungsdaten“, den Windows im Hauptordner „Dokumente und Einstellungen“ zu jedem Nutzer anlegt. Mitunter nutzen die Programme aber auch ihren Ordner im allgemeinen Programme-Verzeichnis der Windows-Partition. Um dies für jedes Programm herauszufinden, bleibt einem häufig nichts anderes übrig, als in den jeweiligen Programmen nach den Speicherorten zu suchen. Machen Sie sich am besten einen Merkzettel mit allen wichtigen Programmen.

WIE FINDE ICH DIE NÖTIGEN OPTIONEN?

Eine wahre Datenfundgrube ist das Internetprogramm mit seinen Kennwörtern und Cookies. In den aktuellen Versionen des Internet Explorers und des Firefox-Browsers ist es verhältnismäßig einfach, den Ursprungszustand wiederherzustellen. Im Internet Explorer 7 befindet sich in den Optionen der Reiter „Allgemein“ und dort der Bereich „Browserverlauf“. Über „Löschen“ und dann „Alle löschen“ wird Ordnung geschaffen. In den Einstellungen des Firefox-Browser befindet sich die entsprechende Funktion im Reiter „Datenschutz“ und dort im Bereich „Private Daten“. Genauso wichtig sind die persönlichen Daten in Mail-Programmen. Um zu erfahren, wo diese bei Outlook Express gespeichert sind, muss man in den Optionen zum Bereich „Wartung“ und dort zu „Speicherordner“ wechseln. In Thunderbird wird diese Information über die „Server-Einstellungen“ des jeweiligen E-Mail-Kontos angezeigt. Besonders kompliziert wird es bei Outlook. Um den Ort anzuzeigen, muss man zuerst zu „Outlook Heute“ wechseln. Dann werden über „Datei“, „Ordner“ die „Eigenschaften“ aufgerufen. Mit dem Button „Erweitert“ kann nun der Pfad zur Datei Outlook.pst angezeigt werden, in der sich alle Daten (Kalender, Kontakte, Mails etc.) befinden. Um diese Datei zu löschen, muss in den Optionen des Windows Explorer dafür gesorgt werden, dass unter „Ansicht“ auch die „Versteckten Dateien und Ordner“ angezeigt werden. Wichtig: Entfernen Sie auch die Mail-Konten sowie die Internet-Zugangsdaten über „Internet-Optionen“ und „Verbindungen“. Um ganz sicher zu gehen, sollten Sie das Windows-Benutzerkennwort deaktivieren.

EINE FRAGE DES LIZENZRECHTS

Die Weitergabe des PCs hat auch eine lizenzrechtliche Seite, bei der es vor allem um die auf dem Rechner befindliche Software geht. Es spricht nichts dagegen, den Computer zusammen mit Windows und den darauf installierten Programmen wie einem Office-Paket zu verschenken. Allerdings sollten die Original-CD und die Seriennummer dann ebenfalls weitergeben werden, damit der künftige Nutzer zur Not beweisen kann, dass er über die nötigen Lizenzrechte verfügt. Will man ein Programm hingegen selbst weiternutzen, sollte man es entsprechend auf dem Alt-PC über die Windows-Systemsteuerung deinstallieren. Dies gilt nicht nur für Programme, sondern auch für andere urheberrechtlich geschützte Werke wie vor allem Musiktitel im MP3-Format, aber auch Videos und andere Multimedia-Inhalte.

0 Kommentare

Neuester Kommentar