Medien : Bestes Stadion-TV

Heute letzte Bundesliga-Konferenz bei Premiere

Joachim Huber

Noch steht keineswegs in allen Details fest, welcher Fernsehsender von der nächsten Saison an die Fußball-Bundesliga übertragen wird. Nur der neue Rechteinhaber Arena oder auch T-Online zusammen mit dem bisherigen Bundesliga-Sender Premiere? Dem ungebrochenen Optimismus von Georg Kofler, dem Vorstandsvorsitzenden der Premiere AG, zum Trotz: Der heutige und letzte Spieltag der Fußball-Bundesliga könnte zugleich die letzte Live-Strecke des Münchener Bezahlsenders aus den Stadien der Liga bedeuten.

Premiere hat mit dem Anspruch „Alle Spiele, alle Tore– und das alles live“ Maßstäbe gesetzt, Maßstäbe fur alle Nachahmer und Nachfolger. Insbesondere mit der „Bundesliga-Konferenz“ – ab 15 Uhr in der Aufwärmphase, ab 15 Uhr 30 auf dem Platz – konnte Premiere das Pay-TV in Deutschland, in den Sportbars und in den Haushalten etablieren. Und wenn der Fan nicht live vor dem Fernsehgerät dabei ist, dann kann er in der Zusammenfassung ab 17 Uhr 30 noch vor der „Sportschau“ in der ARD die Ergebnisse in Fernsehbilder umgesetzt sehen. Wie viele der aktuell über 3,5 Millionen Premiere-Kunden sich nur des Fußballs wegen ein Abo gönnen? Premiere gibt da keine Auskunft, dass es aber die Mehrzahl sein wird, daran zweifelt keiner.

Dem Sender ist mit dem Format „Alle Spiele, alle Tore“ der Transfer der ARD-Hörfunk-Konferenz „Live aus dem Stadion“ ins Fernsehen gelungen. Das ist teuer, das ist logistisch aufwendig, dieses Fan-TV macht dem Zuschauer richtig Spaß. Als „Conferencier“ arbeitet Sebastian Hellmann, und das macht er so gekonnt, dass er 2005 dafür mit einem Deutschen Fernsehpreis belohnt wurde.

Die Konferenzschaltung gab es in der Bundesliga das erste Mal zu Beginn der Saison 2000/2001, in der zweiten Bundesliga wurde das Format zum Rückrundenbeginn der Spielzeit 2002/2003 eingeführt.

Der absehbare Verlust der Übertragungsrechte für die Bundesliga hat keinen Exodus in der Sportredaktion von Premiere ausgelöst. Gut, sechs Reporter und Kommentatoren wie Hansi Küpper, Carsten Fuss und Holger Pfand werden zum neuen Konkurrenten Arena wechseln, trotzdem bleibt der Kern um Hellmann, Marcel Reif und Fritz von Thurn und Taxis zusammen.

So starke Wechselmotive gibt es auch nicht, der Fußball wird ja bei Premiere weiter ein herausragender Programmpunkt sein. Während der Fußball-Weltmeisterschaft wird der Bezahlsender in seinem extra aufgelegten 24-Stunden-Kanal alle 64 Partien live übertragen. Die Berichterstattung über die nächste Champions-League-Saison und europäische Spitzenligen wird ausgebaut. Nur die Bundesliga-Konferenz, die wird erst bei Premiere ab- und dann bei Arena wieder auftauchen.

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