Medien : Bierkampf

NAME

DAS SPIEL IST AUS!

Man hätte es wissen müssen und vernünftig sein sollen. Doch dann passierte das: Samstagnacht, der Kolumnist ist ausgegangen. „Noch ein Bier? ­ „Ja, das letzte, dann muss ich aber echt nach Hause, ich bin morgen dran, mit dem Schreiben der Fußballkolumne.“ Eine halbe Stunde später: „Eins noch, oder?“ – „Dann ist aber wirklich Schluss, ich muss dann echt los.“ Und plötzlich, wie durch ein Wunder, ist es halb vier und irgendeiner hat folgende Idee: „Ich weiß da noch eine Bar, da zeigen sie noch den Boxkampf Lewis gegen Tyson. Wie sieht’s aus?“ – Aber nur den Anfang, ich muss dann nämlich echt . . .“

Blieb dann natürlich nicht beim Anfang, der Kolumnist, sportbegeistert bis zur Selbstaufgabe, kroch um halb sieben am Sonntagmorgen in sein Bett, stellte voller Pflichtbewusstsein seinen Wecker auf zehn Uhr, macht also dreieinhalb Stunden Schlaf. Uff! Dann: Aufstehen, Zeitungen lesen, ab zwölf Uhr ARD schauen – über was kann man heute schreiben? Darüber, dass Gerhard Delling langsam die gleiche Frisur bekommt wie Netzer? Darüber, dass man langsam überhaupt keine Reportage mehr aus der Pfalz sehen will, aus dem Heimatdorf von Miroslav Klose? Genauso wenig wie Reportagen über den deutschen Schiedsrichter Markus Merk. Oder doch vielleicht darüber, dass man an so einem Sonntagmittag Waldemar Hartmann erschreckend gut verträgt?

Im Kopf des Kolumnisten dreht sich alles, woran das wohl liegt? Dann, kurz vor dem Anpfiff des Spiels Japan gegen Russland, taucht als Experte Pierre Littbarski auf. Der spielte in den 80er Jahren in Köln, wechselte Anfang der 90er Jahre nach Japan und war in der letzten Zeit immer mal wieder Gast in „Die 80er Jahre Show“ auf RTL, und das machte Sinn, denn die 80er Jahre waren schon irgendwie ein Kölner Ding. Moment – was hat denn das jetzt mit Fußball zu tun? Und wer hat eigentlich den Boxkampf gewonnen? Matthias Kalle

0 Kommentare

Neuester Kommentar