Medien : „Bild am Sonntag“ – Zehn Chefredakteure in 50 Jahren

Am 29. April 1956 erschien die erste Ausgabe der Springer-Zeitung. Sie kostete 25 Pfennig und war das erste Blatt im Format der englischen Massenpresse

Ulrike Simon

Ihr Vorläufer hieß schlicht „Sonntagsausgabe“. Verlagsgründer Axel Springer wollte mit ihr das „Hamburger Abendblatt“ stärken und sich gegen den Neustart der Vorkriegszeitung „Hamburger Fremdenblatt“ wehren. Das war 1954. Die erste „Sonntagsausgabe“ erschien mit 70 000 Exemplaren am 15. August – noch vor dem „Fremdenblatt“, das vor Weihnachten desselben Jahres wieder vom Markt verschwunden war. Die „Sonntagsausgabe“ blieb – bis sie 1956 umgewandelt wurde zur „Bild am Sonntag“. Sie war die erste Springer-Zeitung im handlichen Tabloid-Format, nach dem Vorbild der englischen Boulevardpresse. Schon zwei Jahre nach ihrer Gründung verkaufte die „BamS“ mehr als eine Million Exemplare.

Als Boulevardzeitung für die gesamte Familie entwickelte sich „Bild am Sonntag“ zur gemäßigteren, auch liberaleren Variante der täglichen „Bild“. Vor allem in jenen Jahren, in denen sie einen eigenen Chefredakteur hatte, grenzte sich „BamS“ klar von „Bild“ ab. Mit Kai Diekmann hat sie heute zwar den Chef von „Bild“ zum Herausgeber. Redaktionell eigenständig geführt wird das Blatt von Claus Strunz. Nach Preiserhöhungen und Auflagenverlusten verkauft sie aktuell noch 1,8 Millionen Exemplare. Sie verdient als Springers großer Gewinnbringer nach „Bild“ aber mehr Geld denn je. Strunz hat neun Vorgänger. Sie beziehungsweise die Ausgaben jener Zeit sind in der unten stehenden Zeitleiste aufgelistet.

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