Medien : „Bild“ mischt mit

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Immer wieder musste sich die „Bild“-Zeitung gegen Vorwürfe wehren, sie betreibe Kampagnenjournalismus. Tatsächlich hat das Springer-Blatt in seiner 50-jährigen Geschichte viele Kampagnen angezettelt. Gute wie böse. Zu den bösen gehören jene Aktionen, die dazu dienten, Politik zu machen. Zu den guten jene, die „Bild“ zu dem machten, was die Boulevardzeitung immer sein wollte: Anwalt des Lesers, Sprachrohr des kleinen Mannes. „Ein Herz für Kinder“ heißt eine Aktion, die in den 70er Jahren von „Bild“ ins Leben gerufen wurde. „,Bild’ kämpft für Sie“ heißt eine andere. Die aktuelle lautet „Wir rechnen fair! Keine Chance dem Teuro“. So steht es auf den Aufklebern, die es ab Montag gibt. „Bild“ kämpft an vorderster Front gegen die Preiserhöhungen seit Einführung des Euro. Nicht zuletzt leidet die „Bild“-Auflage unter ihrem neuen, krummen Preis von 45 Cents. Schon „Bild“-Gründer Axel Springer schaffte es nicht, Konrad Adenauer zu überzeugen, ein 15-Pfennig-Stück prägen zu lassen, um den „Bild“–Käufern die Preiserhöhung ihrer Zeitung von 10 auf 15 Pfennig zu erleichtern. Auch mit einem 45-Cent- Stück wird es nichts werden. Jörg Quoos, Mitglied der „Bild“–Chefredaktion, saß nun als erster Journalist an einem Runden Tisch der Politik, bei Renate Künasts Anti-Teuro- Gipfel. Am Sonnabend berichtete „Bild“ darüber großzügig auf den Seiten 1 und 2.

Am vergangenen Sonntag sagte „Bild“- Chef Kai Diekmann im Tagesspiegel: „Journalisten sollen Beobachter sein, nicht Mitspieler; sie sollen Distanz wahren, nicht mitmischen“. Ulrike Simon

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