Medien : „Bild“ rettet die Welt

Mit Klimatipps von Umweltverbänden

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Der Anspruch ist hoch: „Rettet unsere Erde – ich mache mit.“ Mit diesem Slogan treten die „Bild“-Zeitung sowie die drei größten Umweltverbände, WWF, Greenpeace und BUND, erstmals zu einer gemeinsamen Klimakampagne an. Allerdings darf die geneigte Öffentlichkeit davon nicht erwarten, dass allzu großer Druck auf die Politik erzeugt wird, auch wenn „Politiker regelmäßig die ,Bild’-Zeitung lesen“, wie BUND-Geschäftsführer Gerhard Timm feststellte. Obwohl derzeit die Stromwirtschaft mit ihren Plänen, dutzende Kohlekraftwerke bauen zu wollen, das größte Hindernis auf dem Weg zum Klimaschutz in Deutschland ist, werde es „sicherlich nicht mit ,Bild’ gegen die Stromkonzerne“ gehen, sagte Florian von Heintze aus der Chefredaktion.

Stattdessen sollen die Leser aufgefordert werden, selbst etwas beizutragen. Deshalb sei die Zeitung auf die Verbände zugegangen. Nach Angaben Timms sollen bis zum Ende des Jahres in Deutschland 3,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) vermieden werden. Dazu sollen die Umweltverbände Tipps zum klimafreundlichen Verhalten geben und ein Wettbewerb ausgeschrieben werden. Durch den Rücklauf erhofft sich Timm Informationen darüber, wie viele „Bild“-Leser sich an der Kampagne beteiligen. So soll eine Hochrechnung über den Erfolg der Kampagne gemacht und entschieden werden, ob sie über dieses Jahr hinaus fortgesetzt werden soll.

In den Umweltverbänden hatte es im Vorfeld heftige Diskussionen darüber gegeben, ob die Springer-Zeitung der richtige Partner ist. Schließlich erinnern sich alle noch, dass „Bild“ Kampagnen gegen die Einführung der Öko-Steuer gefahren hat. In den Vorgesprächen sei zudem der Charakter der Kooperation „deutlich politischer“ gewesen, hieß es aus einem der Verbände. Greenpeace-Geschäftsführerin Brigitte Behrens hofft aber, über diese Zusammenarbeit „Menschen zu erreichen, die wir anders vielleicht nicht erreicht hätten“. Zunächst sollen 2,5 Millionen Buttons mit dem Kampagnen-Spruch ausgegeben werden. Eine feste Rubrik soll es nicht geben. Heintze versprach aber „viel Kreativität“. deh

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