"Bild"-Werbung : Dittsches Sündenfall?

Bislang war Dittsche für Werbung nicht zu haben und Olli Dittrich nicht als "Bild"-Freund aufgefallen. Doch nun wird das Format, das ansonsten in der ARD und den Dritten läuft, für Werbung genutzt.

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„Meines“. Kai Diekmann (links) holt sich sein iPad wieder. Da muss Dittsche mächtig schlucken.
„Meines“. Kai Diekmann (links) holt sich sein iPad wieder. Da muss Dittsche mächtig schlucken.Screenshot: Tsp

Selbst wenn der Westdeutsche Rundfunk Einwände hätte, etwas unternehmen kann der verantwortliche „Dittsche“-Sender gegen diese im Internet verfügbare Sieben-Minuten-Folge mit dem alltagsphilosophierenden Arbeitslosen im Bademantel nicht. In diesem wirklich wahren Film mit dem Titel „Chefvisite“ wirbt Olli Dittrich alias Dittsche für die „Bild“-App auf dem iPad. Der Comedian hat sich mit dem WDR darüber nicht abgestimmt, muss er auch nicht. Sendersprecherin Kristina Bausch sagte dem Tagesspiegel am Donnerstag: „Dittsche ist eine Kunstfigur, an der allein Olli Dittrich die Rechte hält.“

Die Nutzung der Improvisationscomedy, der Grillbuden-Kulisse sowie das Engagement von Jon Flemming Olsen (Imbisswirt Ingo) und Franz Jarnach (Stammgast „Schildkröte“) sind eine echte Überraschung. Bislang war Dittsche für Werbung nicht zu haben, Olli Dittrich war nicht als „Bild“-Freund aufgefallen, doch nun wird das Format, das ansonsten in der ARD und den Dritten läuft, für Werbung genutzt. Vielleicht alles eine Frage der finanziellen Überzeugungskraft.

„Bild“-Chef Kai Diekmann tritt am Schluss auch auf. Der Springer-Mann kommt in die Imbissbude und trägt sein iPad mit den Worten „Ich denke, das ist meines“ von dannen. Diekmanns Auftritt ist eher nüchtern als humorgesättigt.

Der Werbefilm nimmt geschickt auf, dass Prekariatsvertreter Dittsche mehr als einmal die Boulevardzeitung zitiert, wenn er Ingo und „Schildkröte“ von seiner Weltsicht zu überzeugen sucht: „Stand inne ,Bild‘-Zeitung drinne.“

Wer Dittsche gut findet, muss nicht unbedingt „Bild“ gut finden und auch nicht den viralen Werbeeinsatz der Comedy-Figur für das Springer-Blatt. Die Youtube-Nutzer sind jedenfalls gespalten, wenn man ihre Kommentare zur „Chefvisite“ liest. Einer schreibt: „Jetzt fällt auch noch Olli Dittrich, unfassbar. ,Bild‘ ist der Feind.“ Mit denen rede und arbeite man nicht, aber das Geld habe wohl gelockt. Ein anderer meint: „Von Bild erwartet niemand etwas Tiefgründiges. Aber von Dittsche.“

Ein Dritter kann das alles nicht verstehen: „An alle Kritiker hier: Ihr quatscht ziemlich dämliches Zeug, stellt selbst was auf die Beine, so wie Diekmanns Kai oder Olli Dittrich, oder? Seid einfach mal entspannt amüsiert.“

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