Medien : Blut, Rache, Wurst

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Blut ist ein ganz besonderer Saft, lässt Goethe seinen Mephisto sagen. Man kann finsterste Schwüre damit besiegeln, weil sogar der Teufel die Macht des Blutes zu schätzen weiß. Blut ist das zentrale Schmiermittel in vielen mythischen Erzählungen, von den antiken Familienkriegen bis zur großdeutschen Rassenkunde. „Die Stimme des Blutes“ nennt Alexa Hennings ihr Feature, in Anspielung auf einen unverwüstlichen Topos der Blutmystik. Die Autorin erzählt von Ärzten, die das menschliche Blut tunen wollen, und von Fleischern, die es vollkommen emotionslos betrachten. Von blutlüsternen Künstlern und blutgierigen Vampiren. Über Blutrache, Blutwurst und das angeblich immer springlebendige Wiener Blut. Das Thema ist im Grunde unerschöpflich, was bereits ein Blick ins Internet beweist. Fast 200 000 Einträge gibt es dort zum Stichwort Blut. Von den interessantesten Funden wird im Feature ebenfalls die Rede sein (Deutschlandradio, 15. April, 0 Uhr 05, UKW 89,6 MHz).

Das Blut der Mecklenburger, so sagt eine nationale Legende, ist das dickflüssigste in ganz Deutschland. Obwohl gerade hier die musikalische Moderne ihren Geburtsort hat. So jedenfalls behauptet es Horst Hussel in seinem Hörspiel „Musik aus Gägelow“. Eine wunderbar kauzige, leicht angetrunkene, eben echt mecklenburgische Geschichte aus den üppigen Weiten gleich hinter Schwerin. Dort lebte im 19. Jahrhundert der Komponist Albrecht Kasimir Bölckow. Hussels preisgekröntes Hörspiel basiert auf bisher unbekannten Tagebüchern von Bölckow. Darin pralle Details einer Kunstgeschichte, wie sie sich in der mecklenburgischen Provinz ereignet hat – oder haben soll. Musikalische Rivalität mit Bayreuth, die ewigen Intrigen des Schweriner Hoftheaterintendanten von Flotow. Und dann sind da noch Bölckows Kompositionen: Wagner rückwärts, von einer PopCombo gespielt. Plus singende Kanarienvögel, gedengelte Sensen und andere banale Geräuschquellen (Deutschlandfunk, 12. April, 20 Uhr 05, UKW 97,7 Mhz).

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