Medien : Bono steigt bei „Forbes“ ein

Der irische Rocksänger erwirbt Anteile am US-Wirtschaftsmagazin

Matthias B. Krause

Als Kämpfer gegen Aids und für einen Schuldenerlass für die ärmsten Länder der Welt hat sich Bono einen Namen gemacht. Nun steigt der Frontmann der irischen Rockband U2 ins Mediengeschäft ein. Zusammen mit fünf Partnern an der Spitze der Kapitalbeteiligungsgesellschaft „Elevation“ erwarb der Musiker beim US-Wirtschaftsmagazin „Forbes“ eine Minderheitsbeteiligung. Nach Informationen der „New York Times“ soll es sich dabei um einen Anteil von rund 40 Prozent handeln, den die Gruppe für rund 250 Millionen Dollar erwarb. Mehrheitseigner mit 51 Prozent bleibt weiterhin Steve Forbes, Herausgeber und Chefredakteur des Magazins.

Die Medienfirma war 1917 von dem schottischen Einwanderer B.C. Forbes gegründet worden und versteht sich als „Werkzeug für Unternehmer“. Forbes’ Sohn Malcolm führte das Magazin mit seinen Verbindungen zu den Reichen und Schönen der Gesellschaft auf neue Höhen. Dabei unternahm er Anstrengungen, um das Kapital nach dem Tod seines Bruders Brunce zu 100 Prozent zu kontrollieren. Mit dieser Tradition brechen seine Erben. Das Geld soll in die Entwicklung elektronischer Medien gesteckt werden. Die „New York Times“ vermutet allerdings, dass ein Teil des Erlöses auch den Familienmitgliedern zugute komme, deren Ansprüche schwierig zu befriedigen seien. Das „Forbes“-Magazin hatte in den ersten sechs Monaten 2006 einen Anzeigenrückgang von 40 Prozent zu verzeichnet. Die Webseite Forbes.com gehört mit einer Besucherzahl von zehn Millionen pro Monat zu den führenden US-Internet-Auftritten der Wirtschaftsmedien. Die private Beteiligungsgesellschaft „Elevation“, die über ein Kapital von 1,9 Milliarden Dollar verfügt, interessiert sich für die Multimedia-Seite des Forbes-Konzerns, sagte Mitbegründer Roger McNamee. Bono sei nicht direkt an den Verhandlungen beteiligt gewesen, er habe die interne Diskussion vorangetrieben: „Bono mag die Tatsache, dass das Unternehmen in seiner Geschichte eine stringente Philosophie gezeigt hat.“ Neben Bono und McNamee gehören zu den „Elevation“-Gründern unter anderem der Ex-Finanzchef von Apple Computer, Fred Anderson, und der einstige Hauptgeschäftsführer von Electronic Arts, John Riccitiello. McNamee und Riccitiello werden dem Aufsichtsrat angehören, Bono gibt seinen Namen höchstens für das Briefpapier.

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