Medien : BR: Wer soll ARD-Talks produzieren?

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Die Debatte um Geschäfte prominenter ARDModeratoren nimmt schärfere Züge an. Der stellvertretende Intendant des Bayerischen Rundfunks (BR), Albrecht Hesse, kündigte am Freitag an, die Geschäftspolitik der ARD auf den Prüfstand stellen zu wollen. „Der BR möchte grundsätzlich diskutieren, ob alles, was rechtlich zulässig ist, auch unternehmenspolitisch sinnvoll ist“, sagte Hesse. Dieses Thema werde auf der nächsten Intendantentagung in Stuttgart am 12. und 13. September vom BR eingebracht.

In der Öffentlichkeit war es bereits zu Diskussionen über die viele Millionen Euro teuren Talkformate von Sabine Christiansen oder Reinhold Beckmann gekommen. Der ARD-Vorsitzende Thomas Gruber hatte im Nachrichtenmagazin „Focus“ angekündigt zu überprüfen, ob sie auch weiterhin ihre Sendungen selbst produzieren dürften. „Ist so etwas koscher und wenn ja, wollen wir das?“, sagte Gruber. Sabine Christiansens Talk war vor einigen Jahren trotz kritischer Haltung einiger Landesrundfunkanstalten in der ARD durchgesetzt worden. Reinhold Beckmann wurde mit viel Geld vom Privatsender Sat1 gelockt.

Jobst Plog, Intendant des Norddeutschen Rundfunks (NDR), stärkte unterdessen Beckmann und Christiansen den Rücken. „Wenn man in der Konkurrenz steht und die Spitzenklasse der Moderatoren haben will, muss man bereit sein, Marktpreise zu zahlen“, sagte Plog in einem Interview der „Süddeutschen Zeitung“. „Protagonisten wie Sabine Christiansen haben eigene Redaktionen aufgebaut und so für uns das wirtschaftliche Risiko übernommen.“ Der NDR habe keinen Anlass, die Verträge erneut zu überprüfen. Sie seien zu angemessenen Konditionen abgeschlossen worden. dpa/Tsp

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