"Breaking Bad"-Schauspieler Bryan Cranston : Der Mann mit dem Schlüpfer

Angefangen hat er als Werbekasper, doch Bryan Cranston ließ sich nie entmutigen. Jetzt könnte der "Breaking Bad"-Darsteller seinen vierten Emmy holen.

Barbara Munker, Chris Melzer
Foto: dpa Foto: picture alliance / dpa
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Am Anfang hat Bryan Cranston Werbung gemacht. Schlimme Werbung. Mal stapfte der heute 58-Jährige für Seifen als großes Stinktier verkleidet durch den Bus, mal hielt er mit riesiger Brille, es waren die Achtziger, Hämorrhoidencreme in die Kamera („Und der brennende Schmerz verfliegt!“). Cranston hat sich durchgebissen. Der Lohn: Aus dem einstigen Werbekasper wurde erst ein Serienkomiker („Malcolm mittendrin“), dann ein Charakterdarsteller („Argo“). Und heute gehört er zu den wichtigsten Schauspielern der USA. Für seine Hauptrolle als Walter White in „Breaking Bad“ könnte er am 25. August nun sogar seinen vierten Emmy gewinnen.

In 60 Filmen und 75 Serien hat Cranston mitgespielt, aber vor gut zehn Jahren kannte den Kalifornier mit den deutschen Wurzeln kaum ein Mensch. In großen Filmen trat er auf, doch manche Rollen hatten nicht einmal einen Namen. Genau deshalb hatten ihm die Eltern auch von der Schauspielerei abgeraten. Sein Vater hatte es selbst versucht – und war gescheitert. Angeblich nutzte Cranston ihn als Vorbild, als er in „Breaking Bad“ oft die Figur eines jämmerlichen Vaters spielte.

"Bryan wer?", hieß es in der Branche

Cranston machte einen Abschluss in Kriminalistik – und stellte sich dann doch wieder vor die Kamera. Zwei Jahrzehnte schlug er sich mit Werbung und Nebenrollen durch. Gleich zweimal spielte er Astronauten und in „Der Soldat James Ryan“ einen Oberst – und trotzdem fragten viele noch „Bryan wer?“. Das änderte sich erst 2000, als er in „Malcolm mittendrin“ den nervösen Familienvater Hal spielte und dafür dreimal für den Emmy nominiert wurde. Bei einigen Folgen führte er Regie.

Und dann kam „Breaking Bad“. Auf dem Cover der DVD steht Cranston nur in Unterwäsche da, in der Hand eine Pistole. Cranston spielt den krebskranken Chemielehrer Walter White, der zur Absicherung seiner Familie Drogen kocht und sich immer tiefer in das Verbrechen verstrickt. Die Serie ist kreativ, spannend, brutal und vor allem von einer im deutschen Fernsehen unbekannten Vielschichtigkeit.

Vom Werbekasper zum Fernsehstar: Bryan Cranston gehört zu den wichtigsten US-Schauspielern. Foto: dpa
Vom Werbekasper zum Fernsehstar: Bryan Cranston gehört zu den wichtigsten US-Schauspielern.Foto: dpa

White wird immer mehr vom netten Nachbarn zum kaltblütigen Gangster, der Millionen in Stofftaschen herumträgt. „Ja, er hat tonnenweise Geld“, sagte Cranston. „Aber die Serie zeigt, dass es immer Kosten gibt. Alles hat seinen Preis, auch Geld.“ Im Falle von White: „Dieser Mann verliert fast seine Familie und muss in ständiger Furcht leben. Er hat viel gewonnen, aber noch mehr verloren. So ist das, wenn man sich an den Teufel verkauft.“

Als Walter White hat Cranston nur gewonnen

Als Walter White hat Cranston nur gewonnen, vor allem den Respekt seiner Kollegen. Kein Geringerer als Oscar-Preisträger Anthony Hopkins outete sich als Cranstons größter Fan. „Brillant! Ihre Darstellung von Walter White ist die beste Schauspielkunst, die ich je gesehen habe“, schwärmte Hopkins 2013 in einem Brief an Cranston.

Auf der Leinwand musste sich Cranston lange Zeit mit kleinen Rollen begnügen. In „Little Miss Sunshine“ (2006) war er ein arroganter Geschäftsmann, in „Larry Crowne“ (2011) ein pornosüchtiger Ehemann, in „Rock of Ages“ (2012) der Bürgermeister von Los Angeles. In dem kürzlich gestarteten Blockbuster-Streifen „Godzilla“ steht Cranston wieder im Labor, diesmal als Wissenschaftler, der einer früheren Atomkatastrophe auf den Grund geht. Weitere Hauptrollen sind unter Dach und Fach.

Auch wenn Cranston nicht seinen vierten Emmy gewinnen sollte – einen festen Platz in Hollywood hat er bereits seit Juli 2013: mit einem Stern auf dem berühmten Bürgersteig „Walk of Fame. Die Plakette erhielt er für seine Verdienste in der Sparte „Fernsehen“. Ein Film-Stern könnte bald folgen. Barbara Munker, Chris Melzer (DPA)

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