Medien : Brüske Trennung: Die "FAZ" wurde beim Nachrichtensender N 24 vor die Tür gesetzt

matt

Im letzten Dezember hatte sich Pro 7 noch gefreut: Die "FAZ" wollte mit 25 Prozent beim Nachrichtensender N 24 einsteigen. Als Mitgift waren 50 Millionen Mark vorgesehen - und die journalistische Kompetenz der "FAZ". Auf die war N 24 besonders scharf. Jetzt haben sich "FAZ" und N 24 getrennt, was nicht ganz freiwillig geschah. Kirchs Sender-Familie will unter sich bleiben. Die "ursprüngliche Geschäftsgrundlage" habe sich grundlegend verändert, heißt es in der "FAZ"-Erklärung, es sei besser, voneinander Abstand zu nehmen. In der Redaktion der "FAZ" herrscht gedrückte Stimmung, hatte doch die Zusammenarbeit mit N 24 so schön angefangen. Auch N 24-Geschäftsführer Ulrich Ende ist traurig, sagt aber, dass "man weiter befreundet bleibt".

Offiziell heißt es bei der "FAZ", der Aufbau der Kirchschen Senderfamilie zur Pro 7Sat 1 Media AG habe die "FAZ" vom Ja-Wort abgehalten. Das klingt merkwürdig, denn die Planungen für die Familiengründung waren der "FAZ" auch schon im Dezember bekannt. In Wirklichkeit wollte sich nicht die "FAZ" von N 24 trennen, sondern Urs Rohner, der neue Vorstandsvorsitzende des Kirchschen Senderverbunds, hat der "FAZ" einen Korb gegeben. Und der brüskierte Verlag sucht jetzt sein Gesicht zu wahren. Rohner setzt "auf klare Gesellschafterverhältnisse", heißt es in seiner Mitteilung. N 24 soll der News-Lieferant für Pro 7, Sat 1 und Kabel 1 werden. Dadurch steigen Wert und Umsatz des Nachrichtendsenders erheblich. N 24 nimmt laut Rohner eine Schlüsselrolle für die Sender-Familie ein. Er untersagte deshalb N 24 die Verbindung mit der "FAZ". Von den Synergie-Effekten wollen die Kirch-Sender alleine profitieren. Auch neue Partnerschaften wird N 24 nicht eingehen, ergänzte Sprecher Torsten Rossmann. Rohners Vorgänger, Georg Kofler, der N 24 an den Start gebracht hatte, plante anders. Der Image-Gewinn für N 24 durch die Partnerschaft mit der "FAZ" war für ihn wichtiger als für Rohner.

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