Bundesliga-Berichterstattung : Im Sinne der Fans

Die Fußball-Bundesliga wird auch in Zukunft nicht im Pay TV verschwinden. Auch weiterhin soll sie umfangreich im frei empfangbaren Fernsehen präsent sein, verspricht die Deutsche Fußball-Liga - und beruhigt so sowohl Kartellamt als auch Fans.

M. Ehrenberg / J. Huber

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) ist Befürchtungen entgegengetreten, nach denen die Bundesliga nur noch im Pay TV gezeigt werden könnte. Nach einer Zeitungsmeldung am Donnerstag hatte das Bundeskartellamt eine Berichterstattung fast ausschließlich im Bezahlfernsehen als „nicht angemessen“ bezeichnet. „Es besteht kein Anlass zur Annahme, dass die Bundesliga im Pay-TV verschwindet“, sagte DFL-Sprecher Christian Pfennig. Pfennig verwies auf die beiden Szenarien, die die DFL im Mai für die Bundesliga-Berichterstattung im Fernsehen von 2009 an vorgestellt hatte. „Im Sinne von Fans und Sponsoren sehen beide Alternativen eine umfangreiche Bundesliga-Präsenz im frei empfangbaren Fernsehen vor. Damit setzt sich die Bundesliga weiter deutlich von anderen Top-Ligen ab.“

Während Modell A wie bisher eine „Sportschau“ am Sonnabend mit einer Zusammenfassung um 18 Uhr 30 beinhaltet, sieht das Modell B die ersten Bundesliga-Bilder im Free TV samstags von 22 Uhr an vor. Als Ausgleich könnten die Fußballfans dann aber bis zu 18 Live-Spiele im Free TV sehen. Bislang sind dort nur zwei Live-Übertragungen pro Saison zu sehen, je eine zu Beginn von Hin- und Rückrunde. „Die Bundesliga wird künftig keine reine Pay-TV-Veranstaltung werden“, hatte Christian Seifert, Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung, bereits im Mai erklärt.

Auch Torsten Fricke, der Unternehmenssprecher des Pay-TV-Senders Premiere, unterstrich, „wir haben bei der Bundesliga-Berichterstattung nie eine hundertprozentige Exklusivität im Pay-TV angestrebt, und wir werden sie nicht anstreben.“ Dass in der vergangenen Saison an einem Wochenende sechseinhalb Stunden Bundesliga im Free-TV zu sehen waren, so viel wie in keinem anderen europäischen Land, zeigt die Bedeutung dieser Berichterstattung und markiert zugleich, welche Aufregung bei massiver Änderung losbrechen würde. Die offizielle Ausschreibung der Bundesliga-Rechte für die drei Spielzeiten 2009 bis 2012 ist noch nicht erfolgt. Die DFL wartet auf „grünes Licht“ vom Bundeskartellamt, damit die Ausschreibung über Sirius, der Vermarktungsagentur von Leo Kirch, endlich starten kann. Diese Entscheidung ist schon für den Juni erwartet worden.

Stattdessen sorgten gestern Einlassungen der Wettbewerbshüter zum Ausmaß der Bundesliga-Berichte im Free TV für Irritationen. Im Laufe des Tages wurden diese aber korrigiert. Das Kartellamt habe der zentralen Vermarktung der TV-Rechte an der Liga zugestimmt. „Wir billigen die Zentralvermarktung durch die DFL, Details müssen noch geklärt werden“, sagte Kartellamtssprecherin Silke Kaul dem Tagesspiegel und bestätigte in diesem Punkt einen Bericht der „FAZ“. Zugleich dementierte sie, sich zum Umfang der Bundesliga-Berichte im Free TV geäußert zu haben. Was sie gesagt habe: Die Zentralvermarktung stelle ein Kartell der Vereine dar. Deswegen müssten die Verbraucher laut EU-Wettbewerbspolitik „angemessen“ an den Erlösen beteiligt werden. Ob das nun auch eine Bestandsgarantie für die frei empfangbare „Sportschau“ bedeutet, sei dahingestellt. Die Fans würde das sicher freuen.M. Ehrenberg / J. Huber

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