Bundesliga im TV : Ärger-Optimierung

Achtung, Fußballfans: Das ZDF-„Sportstudio“ mit dem Top-Spiel startet künftig erst um 23 Uhr.

Noch später ran. Katrin Müller-Hohenstein präsentiert das „Sportstudio“. Foto: ZDF
Noch später ran. Katrin Müller-Hohenstein präsentiert das „Sportstudio“. Foto: ZDFFoto: Kerstin Bänsch

Optimal, das ist schon ein schwammiges Wort. Optimierung klingt auch nicht viel besser, noch weniger sagt es aus, wenn von „Programmoptimierung“ bei Fernsehsendern die Rede ist. Beispiel: Das „aktuelle Sportstudio“. Der Fernseh-Klassiker soll vom 11. September an samstags immer erst um 23 Uhr auf Sendung gehen. Zuletzt begann die Sendung, die als erstes Free-TV-Sportmagazin Bilder vom Bundesliga-Topspiel am Samstagabend zeigen darf, mal um 22 Uhr, mal um 22 Uhr 45. Manchmal auch kurz vor Mitternacht, wenn „Wetten, dass…?“ oder eine Live-Gala vorher überzogen hatten.

Vielen Fußballfans war das unregelmäßig startende, manchmal auch verspätete „Sportstudio“ ein Dorn im Auge, was auch „Sportstudio“-Leiter Thomas Fuhrmann jüngst im Gespräch mit dem Tagesspiegel zugegeben hatte. In der vergangenen Saison liefen die ersten Bilder des Topspiels Hamburger SV gegen Bayern München im frei empfangbaren Fernsehen gegen Mitternacht. Versendet, könnte man sagen, zumal das ZDF für das Exklusivrecht an diesem Spiel viel Geld in die Hand genommen hat.

Nun soll es ein einheitlicher Sendebeginn um 23 Uhr richten, mit einem Krimi à la „Siska“ im Vorlauf von 21 Uhr 45 bis 22 Uhr 45. ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz sprach in diesem Zusammenhang von einer „Programmoptimierung“, die dem Zuschauer eine feste Anfangszeit bieten soll. Ausnahmen von der Regel seien möglich, hieß es am Mittwoch beim ZDF. Beispielsweise nach Sendungen wie „Wetten, dass..?“. Dann könne das „Sportstudio“ auch später beginnen.

Wie man hört, ist die späte Sendezeit in der ZDF-Sportredaktion nicht unumstritten. Mitarbeiter fürchten, dass die Einschaltquoten für das „ Sportstudio“ zurückgehen könnten. Im Vorjahr, als die Deutsche Fußball Liga (DFL) das 18.30-Uhr-Spiel einführte, zählte die ZDF-Sendung mit einem Zuwachs von mehr als zehn Prozent auf 2,37 Millionen Zuschauer zu den größten Nutznießern.

Fakt ist: Die Fußballfans müssen noch länger auf die ersten Bilder vom Topspiel am Samstagabend (Start: 18 Uhr 30) im frei empfangbaren Fernsehen warten. Bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) trifft die Entscheidung des ZDF auf wenig Verständnis. „23 Uhr ist eine sehr späte Zeit. Wir bedauern dies im Sinne der Zuschauer“, sagte Liga-Präsident Reinhard Rauball. Der Liga-Chef betonte aber, dass sich der Sender „im Rahmen der abgeschlossenen Verträge bewegt“. meh

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