Medien : Burda: Der Verlag wächst im Zeitschriftengeschäft - Online muss sich noch anstrengen

Ulrike Simon

Hubert Burda Medien expandiert aufgrund des dichten deutschen Zeitschriftenmarktes seit Jahren vor allem im Ausland. Doch im vergangenen Jahr erlitt Burda im Ausland einen leichten Rückgang. Statt 28 Prozent wie 1998 betrug der Anteil des Auslandsumsatzes 1999 nur noch 25 Prozent. In absoluten Zahlen entspricht dies einem Minus von 22 auf 434 Millionen Mark. Burda-Kommunikationschefin Verena Schröder begründet dies mit dem "problematischen Geschäft in Russland aufgrund der Währungsreform". Zudem sei der Inlandsumsatz durch neue Titel wie "Instyle", Ableger des Frauenblattes "Lisa" und das Wachstum von "Bunte" proportional stärker gestiegen.

In der Tat kletterte der Gesamtumsatz um 7,2 Prozent auf 2,88 Milliarden Mark, der Außenumsatz um 8,2 Prozent auf 2,24 Milliarden Mark, erklärte am Dienstag Jürgen Todenhöfer, nach Verleger Hubert Burda zweiter Mann im Haus. Zu verdanken sei das Wachstum dem Verlagsbereich, wobei Todenhöfer das Ergebnis des Focus Magazin Verlages sowie die gegen den Trend angestiegene Auflage und das Anzeigenaufkommen von "Bunte" in den Vordergrund stellt.

Durch den Start neuer Zeitschriften, den Ausbau der Online-Medien, die in Zukunft die "gleichen Erfolge wie das Stammgeschäft" erzielen sollen, sowie durch die Expansion ins Ausland rechnet Todenhöfer auch für dieses Jahr mit weiterem wirtschaftlichem Wachstum. Parallel dazu werden sich die Investitionen erneut nahezu verdoppeln. Nach 160 Millionen Mark im Jahr 1998 und 314 im Jahr 1999 wird sich diese Summe laut Verena Schröder auf 540 Millionen Mark im laufenden Jahr erhöhen. Damit soll zum einen die Mitarbeiterzahl im Verlags- und Online-Bereich erhöht werden, zum anderen fließt weiteres Geld in Beteiligungen an Internet-Firmen. Darüber hinaus steht die Erweiterung des erst im Frühjahr eingeweihten Medienparkes am Standort Offenburg und die Sanierung des so genannten "Eiermannbaus" in Offenburg an.

Noch recht vage wirkt die Ankündigug des Verlages, im In- und Ausland auch 2000 "zahlreiche neue Zeitschriften" auf den Markt zu bringen. In Deutschland startete Burda im Laufe dieses Jahres das Anlegermagazin "Focus Money". Zudem wird im September, nach dem Börsengang der neu gegründeten Focus Digital AG, die erste Ausgabe der wöchentlichen Frauenzeitschrift "Vivian" erwartet. Voraussichtlich im Oktober wird schließlich unter dem Dach des Zeitschriften-Klassikers "Freundin" die zweite Ausgabe des Magazins "Wellfit" erscheinen. Danach will Burda entscheiden, ob "Wellfit" als eigenständige Zeitschrift künftig regelmäßig, voraussichtlich monatlich, herausgegeben wird.

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