Medien : Bush empfängt Christiansen und Diekmann

„Bild“-Chef interviewt US-Präsidenten für „BamS“

Ulrike Simon

Zwei deutschen Journalisten wird US-Präsident George W. Bush in dieser Woche ein Interview gewähren: Sabine Christiansen und Kai Diekmann. Die Moderatorin wird ihr etwa 30-minütiges Gespräch am heutigen Donnerstag im Weißen Haus führen. Themen werden der US-Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Lage in Iran sein. Gesendet wird die Aufzeichnung am Sonntag, 21 Uhr 45.

Kai Diekmann, Chefredakteur von „Bild“, hat seinen Termin mit Bush einen Tag später, also erst am Freitag – zu spät, um das Interview in der Sonnabend-Ausgabe der „Bild“-Zeitung zu veröffentlichen. Bis Montag zu warten, hätte bedeutet, dass Christiansen Diekmann zuvorkommt. Nun also wird „Bild am Sonntag“ als „erste deutschsprachige Zeitung ein Exklusivinterview mit US-Präsident George W. Bush veröffentlichen“, wie Springer mitteilte. Immerhin ist Kai Diekmann bei „Bild am Sonntag“, dem Schwesterblatt von „Bild“, ja auch Herausgeber und wird sich sicherlich freuen, wenn die Sonntagszeitung dank seiner Bemühungen vielfach zitiert werden wird. Claus Strunz, Chefredakteur von „Bild am Sonntag“, freut sich jedenfalls, „dass es uns mit dem Bush-Interview in ,BamS‘ erneut gelingt, einen journalistischen Meilenstein zu setzen“.

Ausgerechnet in „Bild am Sonntag“ wird sich Bush nun über die Situation im Irak und Iran sowie zum deutsch-amerikanischen Verhältnis äußern – in jenem Blatt also, in dem Chefredakteur Strunz das Nein von Kanzler Gerhard Schröder zum Irakkrieg verteidigt und sich ausdrücklich gegen Bushs Wiederwahl ausgesprochen hatte. Ganz anders als die US-regierungsfreundliche „Bild“, die den dritten Springer-Unternehmensgrundsatz (Unterstützung des transatlantischen Bündnisses, Solidarität mit den Vereinigten Staaten von Amerika) mehr als erfüllte.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben