Medien : Bush und die Bibel – eine Dokumentation

Till Frommann

In den USA war es eine der erfolgreichsten Sendungen in diesem Jahr: „Der Jesus-Faktor“, der Dokumentarfilm, der nachzeichnet, wie George W. Bush sich vom Saulus zum Paulus entwickelte. Bushs Weg zum Präsidenten, der sich in göttlicher Mission sieht.

Da ist nun also der Saulus in George W. Bush, der Probleme mit dem Alkohol hat. Ein Gespräch mit dem Prediger Billy Graham soll „einen Senfsamen“ in seine Seele gepflanzt haben, sagte Bush einmal selbst. Es folgt die Verwandlung in einen vermeintlichen Paulus: 1985 tritt Bush dem „Bibelkreis für Männer“ in Midland, Texas bei – Interviewstimmen von dort verdeutlichen die Wandlung. Dass Bush Gouverneur von Texas wird, verdankt er maßgeblich der Unterstützung von evangelikalen Wählern und anderen konservativen Gläubigen. Mit ihnen schafft er es auch zum Präsidenten. Werden unter seinem Einfluss Kirche und Staat miteinander verknüpft? Der Autor des Films, Raney Aronson, kommentiert nicht. Nüchtern präsentiert er Fakten. Kritik kommt von außen, von den Interviewten: Bush wende „schlechte Theologie“ an, sagt zum Beispiel Jim Wallis, Chefredakteur des liberal-evangelikalen „Sojourners Magazines“ in Blick auf Bushs Schwarz-Weiß- Weltbild. Denn: „Warum siehst du das Böse in den anderen und nicht in dir selbst?“, fragt er in Anlehnung an das Matthäus-Evangelium.

„Der Jesus-Faktor“, 20 Uhr 40, Arte

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