Medien : Cannon

Andreas Kötter

Die 70er Jahre waren das Jahrzehnt der Cop- und Privat-Eye-Serien. Es gab harte Jungs wie „Mannix“, behinderte Ex-Cops wie den „Chef“, Lolly lutschende Glatzköpfe wie „Kojak“. Und es gab „Cannon“, den kugelrunden Leckerschmecker. Frank Cannon (William Conrad) war ein Ex-Cop, der Frau und Sohn durch einen Autounfall verloren und daraufhin den Dienst quittiert hatte. Warum „Cannon“ noch in der x-ten Wiederholung gute Quoten erzielte, darüber darf spekuliert werden. „Dick ist gemütlich“, heißt es, und von gemütlicher Natur war dieser Frank Cannon. Vielleicht war es gerade dieser scheinbare körperliche Nachteil gegenüber Kollegen wie „Mannix“, aber auch seine Vorliebe für gutes Essen, einen feinen Tropfen und für einen riesigen Lincoln Continental, die ihm einen Hauch von Laissez-faire gaben. Was dem Drei-Zentner-Mann an vordergründiger Attraktivität abging, das machte er mit Charme und messerscharfem Verstand wett.

William Conrad hatte zunächst als sonore Stimme von US-Marshall Matt Dillon in der Radiofassung von „Rauchende Colts“ von sich Reden gemacht. Als die Serie ins Fernsehen kam, war klar, dass Conrad in die Rolle nicht passte. So arbeitete er zunächst als Regisseur und Produzent für Serien wie „77 Sunset Strip“ und „Rauchende Colts“. Als Conrad später die Rolle des „Cannon“ angeboten wurde, war klar, dass ihm die Figur auf den Leib geschneidert war. Auch in den späteren Krimi-Serien „Nero Wolfe“ und „Jake und McCabe – Durch dick und dünn“ machte er aus der Not eine für die Zuschauer wunderbare Tugend.

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