Carta-Blog-Gründer : Robin Meyer-Lucht ist tot

19.12.2011 17:53 Uhrvon
Die Autoren des Carta-Blogs trauern auf der Webseite um ihren Gründer Robin Meyer-Lucht. Screenshot: Tso
Die Autoren des Carta-Blogs trauern auf der Webseite um ihren Gründer Robin Meyer-Lucht. - Screenshot: Tso

Er gründete das Berlin Institute, forschte zum Wandel durch die digitalen Medien. Das stille Kämmerlein war sein Schauplatz nicht, mit seinem Blog suchte er die Öffentlichkeit. Mit 38 Jahren ist Robin Meyer-Lucht nun gestorben.

Genug war Robin Meyer-Lucht nicht genug. Er wollte es genau haben, noch genauer wissen. Sein Interessensradius war enorm, also hat er in Hamburg, London, Berlin und in der Schweiz Wirtschafts-, Sozial- und Medienwissenschaften studiert. Der 1973 Geborene promovierte bei keinem Geringerem als Peter Glotz am Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement der Universität St. Gallen. Über die Wettbewerbsstrategien von Nachrichtensites hat er geforscht, ein Thema von besonderer Relevanz in den aufkommenden Herrschaftszeiten von Online und Co.

Aus dem Thema wurde ein Themenfeld, aus dem Themenfeld ein Arbeitsgebiet. Meyer-Lucht, ein quicker, sehr diskussionsfreudiger Geist, gründete und leitete das Berlin Institute zur Forschung und Beratung für den digitalen Medienwandel.

Das stille Kämmerlein war sein Schauplatz nicht, mit dem ausgezeichneten Gruppenblog Carta (Grimme Online Award 2009 und Lead Award 2011) suchte er die Öffentlichkeit und die selbstbewusste Teilhabe am Netzgespräch. Da war kein „Meinungsrotzer“ an der Arbeit, da wollte einer mit durchargumentiertem Bescheidwissen überzeugen. Meyer-Lucht rotierte nicht um sich selbst, unverdrossen suchte er Ökonomie und Freiheit des Netzes zu versöhnen, in ein kommerzielles Miteinander bringen.

Eine Herausforderung, der er sich auch persönlich stellen musste. Das Berlin Institute hatte bei der Auftragsakquise zu kämpfen, den Berliner Blog schickte er im Juni 2011 in die unbefristete Pause: „Carta hat als Konzept Problemzonen bei der Skalierbarkeit und Refinanzierung gezeigt – auch deshalb, weil es nie groß genug war, um sich selbst zu vermarkten.“ Da kümmerte er sich schon beim Mobilfunkanbieter E-Plus um das Eventkonzept des Base–Camp.

Am Mittwoch wurde bekannt, dass Robin Meyer-Lucht vor wenigen Tagen gestorben ist. Er wurde 38 Jahre alt. jbh

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