CASTINGSHOW IN DER DISKUSSION : Falsches Schönheitsideal oder glamouröse Traumwelt?

Super schlank und immer perfekt durchgestylt – so werden die „Topmodel“-Teilnehmerinnen den Zuschauern präsentiert, und das findet Friedhelm Güthoff, Medienexperte beim Kinderschutzbund, fatal: „Die Sendung propagiert ein falsches Schönheitsideal, das teilweise zu psychischen Belastungen führen kann“, sagt er. Ganz normal aussehende Mädchen würden sich mit den Kandidatinnen vergleichen und hätten ständig das Gefühl, nicht zu genügen. „Solche Castingshows sollte es deshalb erst gar nicht geben“, sagt er.

Udo Walz, Starfriseur aus Berlin, kann allerdings gut verstehen, dass so viele Leute „GNTM“ einschalten: „Die Show gibt Einblicke in eine scheinbar glamouröse Welt, von der viele junge Mädchen träumen.“ Für die Gewinnerin des heutigen Abends hat er allerdings eine ernüchternde Prognose: „Ein internationales Topmodel wird wohl keine der Teilnehmerinnen, die Konkurrenz in Paris und Mailand ist einfach zu groß. Deshalb müssen sie versuchen, sich in Deutschland durchzusetzen“, sagt Walz.

Doch auch auf dem Werbemarkt haben es die „Topmodels“ nicht unbedingt leicht: „Die Marke ,Heidi Klum‘ überstrahlt zurzeit alles“, sagt Stefanie Wurst, Berliner Geschäftsführerin der Werbeagentur Scholz & Friends. Egal, ob man Lena Gercke, Gewinnerin der ersten Staffel, im Katjes-Spot sehe oder Barbara Meier, die in der zweiten Staffel siegte und für C & A wirbt. „Zuerst denkt man immer an Heidi Klum und die Sendung“, sagt Wurst. Wenn Kunden eine „GNTM“-Teilnehmerin für ihre Kampagne buchen, „buchen sie also automatisch immer Klum und die Show mit“, sagt Wurst.

Und nicht alle Firmen wollen, dass ihre Marke mit ModelMutti Heidi verbunden wird.

sop

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