Medien : "Chrisma": Von der Kirche verbreitet

Ulrike Simon

Die Kirchen sind auf der Suche nach neuen Konzepten, um ihre Botschaft an die immer kleiner werdende Schar Gläubiger zu richten. Da wäre etwa das katholische "Weltbild" aus Augsburg: Vor zwei Jahren wurde die Zeitschrift optisch und inhaltlich modernisiert, nun wird sie Ende September ihre Erscheinungsweise von 14-täglich auf monatlich umstellen. Das dann 170 Seiten starke Blatt wird sich für fünf Mark erstmals auch an den Kiosk wagen. Auf der anderen Seite gab es "Das Deutsche Allgemeine Sonntagsblatt", das von der Evangelischen Kirche Deutschlands zuletzt mit neun Millionen Mark subventioniert wurde und gerade mal noch 35 000 Hefte verkaufte. An dem einstigen Flaggschiff der evangelischen Wochenpublizistik ist zu 50 Prozent der Süddeutsche Verlag beteiligt. Seitdem die EKD ankündigte, die Subventionierung einzustellen, bastelte Chefredakteur Arnd Brummer an Konzepten. Herausgekommen ist "Credo", ein monatliches Zeitungssupplement, für das EKD und Süddeutscher Verlag nach Trägerzeitungen suchten.

Am 16. Oktober ist es soweit. Drei Tage nach der letzten Ausgabe des 1949 gegründeten "Sonntagsblatts" erscheint die erste, 58-seitige Ausgabe des "Chrisma" getauften Magazins. Künftig wird es einmal im Monat der "Süddeutschen Zeitung", der "Frankfurter Rundschau", der "Sächsischen Zeitung" in Dresden und der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit" beiliegen. Die Gesamtauflage liegt damit bei über als 1,5 Millionen Exemplaren. "Chrisma", für das die EKD jährlich 4,5 Millionen Mark aufbringt, hat zunächst einmal eine Bestandsgarantie von fünf Jahren. Ziel sei jedoch, "Chrisma" dauerhaft auf dem Markt zu etablieren.

Für die bisherigen Abonnenten des "Sonntagsblatts" bietet der Verlag HDV (eine Tochter des Süddeutschen Verlages) künftig zudem das ebenfalls monatliche "Chrisma Plus" an. Es wendet sich laut Brummer an alle, die eine vertiefende Berichterstattung über die evangelische Kirche wünschten.

Herausgeber von "Chrisma" sind der Berliner Bischof Wolfgang Huber, der CDU-Bundestagsabgeordnete Hermann Gröhe aus Neuss, Landesbischof Johannes Friedrich aus München und Pfarrerin Cornelia Coenen-Marx aus Düsseldorf. Nach Darstellung Hubers versteht sich "Chrisma" nicht als Kirchenzeitung, da nicht die Mitteilungsabsichten der Kirche, sondern die Informationsbedürfnisse der Menschen im Vordergrund stünden.

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