Medien : „Cicero“-Redaktion durchsucht

Peter Tietz/Jan Brunzlow

Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat am Montag die Redaktionsräume des in Potsdam ansässigen Magazins „Cicero“ und die Wohnung eines „Cicero“-Autoren in Berlin durchsucht. Verleger- und Journalistenverbände kritisierten die Aktion, an der Beamte der Landeskriminalämter Brandenburg und Berlin beteiligt waren, als Eingriff in die Pressefreiheit. Nach Informationen der „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ (PNN) werden der Chefredaktion und einem Autoren Beihilfe zum Geheimnisverrat vorgeworfen. Obwohl geplant, wurden Chefredakteur Wolfram Weimer und „Cicero“-Autor Bruno Schirra nicht verhört. „Cicero“ hatte in seiner April-Ausgabe aus geheimen Papieren des Bundeskriminalamtes (BKA) zu islamistischen Terroristen zitiert. Der BKA-Bericht, so „Cicero“ damals, sei als streng geheim klassifiziert. Das BKA hatte in dem Dossier festgehalten, dass der Iran islamistische Terroristen unterstütze. Seit der Veröffentlichung sucht das BKA nach der undichten Stelle in den eigenen Reihen. Da die „Cicero“-Redaktion in Potsdam sitzt, hatte das BKA dort Anzeige wegen Geheimnisverrats erstattet. Die Journalisten sollen „Beihilfe“ geleistet haben.

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