Comedy-Serie : Tunichtgut Earl tut Gutes

Tue Gutes, und dir wird Gutes widerfahren. Karma! Diese Lebensphilosophie eines schmierigen, aber erfolgreichen Talkshowmoderators führt den Hauptdarsteller der neuen Comedy-Serie auf den Pfad der Erleuchtung.

Mathias Stamm

Earl Hickey ist gerade aus dem Koma erwacht und zappt sich durchs Krankenhaus-TV-Programm. Sein morphingeschwängertes Hirn formt aus der Phrase des Moderators die Einsicht, die sein Leben für immer verändert: Wer nie etwas Gutes getan hat, muss sich nicht wundern, dass ihm nur Schlechtes widerfährt. Karma halt.

Earl Hickey ist ein Kleinkrimineller und ein Trinker. Er hat gestohlen und betrogen. Bislang. Denn gleich nachdem er aus dem Krankenhaus entlassen wird, macht er eine Liste all der Gemeinheiten, die er anderen jemals angetan hat. Und wie es das Karma-Prinzip verlangt, macht er sich auch gleich daran, die Fehler wiedergutzumachen. Und das seit inzwischen 69 Episoden.

„My Name is Earl“ ist eine Serie über Schuld und Sühne, die ihr satirisches Potenzial nicht ganz ausschöpft. Die Macher konzentrieren sich auf den Unterhaltungswert und verzichten darauf, die Konflikte der Protagonisten subtil auszuleuchten. Witz schlägt Reflexion. So sind die Figuren der Serie überzeichnete Stereotypen. Sie sind egoistisch und gefühlskalt, dumm und uneinsichtig. Es ist der Charme der Darsteller, der die Zuschauer über das Holzschnittartige der Charaktere hinwegsehen lässt. Allen voran Jason Lee als Earl und Jamie Pressly als seine hysterische Ex-Frau.

„My Name is Earl“ war 2005 die beliebteste neue Comedy-Serie im US-Fernsehen. In diesem Frühjahr ist dort bereits die dritte Staffel gelaufen. Es ist nicht verständlich, warum RTL drei Jahre mit der Ausstrahlung haderte. Immerhin drei Jahre, in denen US-Serien im deutschen Fernsehen beachtliche Quoten einfuhren. Für die eigene Quote erhält die neue Serie Unterstützung von Mario Barth, der zuvor die „Die besten Comedians Deutschlands“ präsentiert. Mathias Stamm

„My Name ist Earl“, RTL, 23 Uhr 30

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