Medien : Computer günstig abzugeben

Bei Laptops und Apple-Geräten lohnt sich der Weiterverkauf noch nach mehreren Jahren

Kurt Sagatz

Erst zu Aldi, dann zur „Zweiten Hand“ – kaum stehen die ersten Computer-Sonderangebote der Herbstsaison in den Regalen, stellt sich für den potenziellen Besitzer des Neugeräts die Frage: Wohin mit dem alten Computer? Auch wenn das Gerät schon drei oder mehr Jahre auf dem Buckel hat, ist es für den Elektroschrott allemal zu schade: „Es gibt genügend Anwender, die vorwiegend Office- Programme oder Internet und E-Mail einsetzen. Für diese Nutzer ist ein gebrauchter PC durchaus interessant“, sagt Markus Mühlberger vom Internet-Portal Gebrauchtcomputer.de.

WIE VIEL IST MEIN ALTER PC NOCH WERT?

„Ausschlaggebend ist die Ausstattung. Dabei kommt es auf den Prozessor, den Arbeitsspeicher, die Festplatte und die Grafikkarte an“, so Mühlberger. Verfügt der Computer über einen DVD- oder CD-Brenner oder eine besondere Soundkarte, steigert das den Wert. „Aber auch der Computertyp spielt eine Rolle. Tower-Geräte lassen sich besser absetzen als Computer, die auf dem Schreibtisch stehen“, sagt Mühlberger. Aber: „Selbst im günstigsten Fall verliert der Computer nach spätestens zwei Jahren die Hälfte seines Wertes“.

DIE SCHWACKE-LISTE FÜR DEN PC

Eine gute Orientierungshilfe bei der Festlegung des Verkaufspreises für einen Schreibtisch-Computer bietet die Internet-Seite www.pc-bewertung.de. Dort trägt man ein, wie schnell der PC ist, wie viel Arbeitsspeicher eingebaut ist und welche anderen Komponenten im Computer stecken. Daraus ermittelt die Datenbank den ungefähren Wert des PC.

WO SOLL ICH MEIN GERÄT ANBIETEN?

Eine gute Adresse für den Verkauf von Computern ist die Kleinanzeigen-Zeitung „Zweite Hand“ unter www.zweitehand.de. Die Inserate für Computer sind dort in vier Preiskategorien, angefangen von bis zu 250 bis über 1000 Euro, eingeteilt. Für Laptops und Apple-Computer existieren eigene Rubriken, weil sowohl die mobilen Computer als auch die Apple-Geräte ihren Wert erheblich langsamer verlieren als die Schreibtisch-Computer in ihren grau-beigen Gehäusen. Anders als bei Ebay entscheiden Sie als Verkäufer, ob das Gerät zum Festpreis oder auf Verhandlungsbasis angeboten wird. „Aber auch bei Ebay lassen sich inzwischen gute Preise erzielen“, sagt Gebrauchtcomputer-Experte Mühlberger.

WANN LOHNT SICH KEIN VERKAUF MEHR?

Generell kaum noch zu verkaufen sind Computer, die nicht mindestens mit Windows 95 zurechtkommen. Das gilt auch für Geräte, die nicht für die Umstellung auf das Jahr 2000 vorbereitet waren. Diese Altgeräte sind zumeist ein Fall für die Entsorgung. In Berlin nimmt die BSR alte Computer von Privatleuten kostenlos entgegen. Unter Umständen freut sich aber auch der Kindergarten um die Ecke oder eine soziale Einrichtung über den Gebraucht-PC.

WAS IST BEIM BEZAHLEN ZU BEACHTEN?

Wer über das Internet verkaufen möchte, beispielsweise bei Ebay, sollte keineswegs auf Vorkasse drängen. Fairer ist das Treuhandverfahren, bei dem der Verkäufer sein Geld erst erhält, wenn der Käufer mit dem ausgewählten Gerät zufrieden ist. In jedem Fall sollten Sie Wert auf einen schriftlichen Kaufvertrag legen, rät Rüdiger Strichau von der Verbraucherzentrale Berlin, damit es nachher nicht zu Streitigkeiten kommt. Bei Geräten, für die noch die Händlergewährleistung oder die Herstellergarantie gilt, sollte überprüft werden, ob diese auch auf einen Zweitkäufer übertragbar sind.

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