Copyright : Kampf um „Mein Kampf“

17.01.2012 18:41 Uhrvon

Das Bayerische Finanzministerium will Hitler-Buch nicht am Kiosk sehen.

Am 26. Januar soll es so weit sein, ein 15-seitiger, kommentierter Auszug aus Adolf Hitlers Buch „Mein Kampf“ am Kiosk liegen. Doch nun ist um die Veröffentlichung ein Streit entbrannt. Das Bayerische Finanzministerium will diese verhindern, der britische Verleger Peter McGee möglicherweise auch per Klage durchsetzen.

100 000 Exemplare der Broschüre sollen im Rahmen der Edition „Zeitungszeugen“ erscheinen. McGee bringt mit ihr kommentierte Nachdrucke von Zeitungen aus der Nazi-Zeit wie der „Völkische Beobachter“, „Der Angriff“, aber auch Widerstandsblätter auf den Markt.

Am 26. Januar und in den zwei folgenden Ausgaben will McGee jeweils Auszüge aus „Mein Kampf“ beilegen.
„Da wir nur Teile und nicht das Gesamtwerk drucken wollen, deshalb sehen wir eine solche Veröffentlichung von der Zitatfreiheit gedeckt“, sagte McGees Sprecher Alexander Luckow am Dienstag dem Tagesspiegel. Das sieht das Bayerische Finanzministerium anders. Es hat bis 2015 die Urheberrechte an „Mein Kampf“ und „prüft derzeit juristische Schritte, um gegen eine Veröffentlichung vorzugehen, die sich nicht im Rahmen der Kleinzitatsregelung nach Paragraf 51 Nr. 2 Urhebergesetz“ bewegt. Wann diese Prüfung beendet ist und welche Konsequenzen eine mögliche Veröffentlichung der Ausschnitte aus „Mein Kampf“ hat, das teilte das Ministerium nicht mit.

Luckow rechnet noch in dieser Woche mit einer Entscheidung, schließlich soll die Broschüre schon in acht Tagen erscheinen. Im ersten Teil soll es um autobiografische Aspekte aus „Mein Kampf“ gehen, in den Passagen schildert Hitler seine Beziehung zu seinen Eltern, aber auch, wie er zum Antisemiten wurde. Im zweiten Teil geht es um Hitlers Ansichten zur Propaganda, im dritten Teil um die NS-Ideologie. Kommentiert und analysiert werden diese Auszüge von Medienwissenschaftler Horst Pöttker.

„,Mein Kampf’ ist ein extrem mieses Buch“, sagte McGee dem „Spiegel“. „Es ist längst überfällig, dass eine breite Öffentlichkeit die Möglichkeit bekommt, sich mit dem Originaltext auseinanderzusetzen.“

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