Medien : Couch-Komödie

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Therapie und Praxis. ARD. Roland (Thomas Heinze) und Chris (Ann-Kathrin Kramer) sind eigentlich das ideale Couch-Paar: Beide sind sie Psychotherapeuten, und bei beiden drückt der Schuh. Statt sich gegenseitig zu behandeln, trennt sich Chris von ihrem Roland. Nach sechs Jahren! Roland kann und will es nicht glauben. Schwuppdiwupp hat Chris auch schon einen Neuen, den belanglos dreinschauenden Martin (Thomas B. Martin). Ein verdammt schlechter Lebensabschnittsgefährtenaustausch.

Außerdem gibt es da ja noch den Herrn Meier (Herbert Knaup), einen der zähesten Patienten aus Rolands Couch-Klientel. Herr Meier kann mit seiner Frau nicht mehr, naja, Sie wissen schon. Seit seine Mutter gestorben ist, läuft’s mit Frau Meier (Nina Kronjäger) äußerst schlecht. So ein Zufall, dass Roland Frau Meier, nicht wissend, dass sie es es ist, im sommerlichen München über den Weg läuft. So kann er gleich beide trösten…

„Therapie und Praxis“ ist die jüngste Regiearbeit von René Heisig, der zuletzt Fernsehfilme wie die „Vier Meerjungfrauen“ in Szene gesetzt hat. Heisigs Stärke sind die leisen Zwischentöne, das Unausgesprochene, die Emotionalität zwischen den Bilder-Zeilen. So arbeitet er das Tragikomische heraus, ohne auf die Tube zu drücken. Kein „Seht her!“-Zeigefinger.

Und ob ein Martin oder eine libidonöse Frau Meier, die Lebensabschnittszwischendurchbegleiter haben keine Chance, da die alte Liebe zwischen Chris und Roland ja doch nicht gerostet ist. Das Ende dieser locker- leichten Komödie war allzu vorhersehbar. Das mag der Wermutstropfen bei „Therapie und Praxis“ sein. Aber jetzt sind sie wenigstens austherapiert, und die Kasse muss nicht mal zahlen. Thilo Wydra

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