Medien : Da geht einem der Schuh des Manitu auf

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Herr Siegloch, worüber haben Sie sich in der vergangenen Woche in den Medien am meisten geärgert?

Über uns Journalisten und unsere Neigung zum Herdentrieb. Da hatte ein offenkundig mittelmäßig witziger Film in München Premiere und in allen deutschen Feuilletons und sogar auf Titelseiten ist er das Topthema. Nur weil ein gewisser Bully für Raumschiff Surprise seit Wochen die MarketingTrommel rührt. Keine Talkshow ohne Bully. Da geht einem der Schuh des Manitu auf. Übrigens, auch wir vom „heute journal“ waren beim Medienhype dabei.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Auch bei uns in den Medien hat es sich langsam herumgesprochen: Auch ohne die spektakulären Bilder von Kindern mit Hungerbäuchen müssen wir über sich ankündigende Katastrophen berichten. Lange haben wir zum Drama in Darfur geschwiegen, nun gibt es immer mehr Berichte, nicht nur über Hunger und Not der Vertriebenen, sondern auch über die politisch Verantwortlichen, die man endlich zur Verantwortung ziehen sollte.

Klaus-Peter Siegloch , 58, ist stellvertretender Chefredakteur des ZDF. Er gehört zum Moderatorenteam des „heute journals“ und ist überdies Hauptredaktionsleiter „Aktuelles“.

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